Kunst hat das ehemalige Armenviertel Gamcheon in ein Schmuckstück verwandelt

Gamcheon_Busan_2018-001Selbst nennt sich Gamcheon das Machu Picchu oder Santorin von Korea. Nach einem ersten Blick auf das bunte Gemisch von eng aneinander in die Hügel hinein gebauten Häusern verstehe ich den Vergleich. 
 

Bunt & Kunst

Gegenüber Santorin, das ich selbst schon gesehen habe, ist Gamcheon aber viel bunter. Nicht nur die Farben der Häuser, die bei der griechischen Insel vor allem von weiß mit blauen Akzenten dominiert wird, sind hier vielfältiger. Das südkoreanische Dorf ist von unzähligen künstlerischen Werken ausgefüllt. Überall sind Malereien, Skulpturen sowie gestaltete Wände und Straßen zu sehen. 
 

Unerwartete Unterstützung

Zu dem besonderen Ort, der früher ein Armenviertel war, das abgerissen werden sollte, bin ich mit der U-Bahn bis Goejeong gefahren und beim Ausgang 6 hinaus gegangen. Von dort habe ich schon die bunten Häuser von Gamcheon sehen können sowie die Hinweistafel, dass es 1,2 km bis dorthin sind. Eigentlich wollte ich zuerst zu Fuß gehen, aber da gerade der Bus 1-1 anhielt, bin ich doch den Berg hinauf gefahren. Im kleinen 10-sitzigen Bus musste ich stehen und es gab wieder einmal nur koreanische Beschriftungen und Durchsagen. Als der Bus an einer Haltestelle stehen blieb, die mir passend erschien und ausstieg, fuchtelten gleich drei Fahrgäste, dass ich wieder einsteigen soll und der Busfahrer öffnete extra nochmals die Türe für mich. Zwei Stationen später durfte ich dann aussteigen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Einheimischen so proaktiv hilfsbereit sind.
 
Und da stand ich dann auch schon genau auf einem der für Besucher idealen Aussichtspunkt, von dem aus man einen tollen ersten Überblick über das Dorf bekommt, und konnte mich gar nicht satt sehen an der Buntheit. Danach schlenderte ich durch die Gassen und Gässchen von Gamcheon. Jedenfalls gibt es hier so viele Kunstwerke, dass ich gar nicht wusste, wo ich mit schauen und fotografieren beginnen sollte. Dieser Ort ist optisch auf jeden Fall ein echtes Schmuckstück.
 

Touristen-Kritik

Natürlich gibt es auch Stimmen, die meinen, dass hier die Touristen zu laut sind und das Dorf überlaufen. Doch ich hatte den Eindruck, dass sich die Besucher alle sehr respektvoll verhielten. Jeder akzeptierte die Bereiche, wo die Privatsphäre der Einwohner beginnen. So weit ich das vor Ort und auch an vielen veröffentlichen Instagram-Bildern sehen konnte, bewegten sich auch alle auf den „vorgegebenen Pfaden“, die mit Hinweisschildern und auf Plänen für die Besucher vorgeschlagen werden. Und hätte es nicht diese Kunstinitiative gegeben, die Gamcheon zu einem Kultur- und Touristenort aufwertete, dann gäbe es weder die alten Häuser noch die neue Infrastruktur.
 

Genialer Ausblick

Großartig sind auch die entzückenden Kaffeehäuschen, die fast alle Terrassen haben und durch die steile Hanglage alle einen herrlichen Ausblick auf Gamcheon bieten. Meinen Ausflug habe ich mit einem köstlichen Mango Smoothie nach einem Aufstieg über zwei Stockwerke auf die Dachterrasse eines Cafes und einem herrlichen Panoramablick, der bis zum Meer reichte, abgeschlossen.
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3 Responses so far.

  1. Doris sagt:

    Tolle Aufnahme! Bei so vielen unterschiedlichen Details glüht die Kamera und das Fotografenherz schlägt schneller! Warst du alleine dort? (Kein „wir“ im Reisebericht…)
    Liebe Grüsse Doris

    • Sue sagt:

      Du bist eine sehr aufmerksame Leserin. Das finde ich großartig. 🙂
      Ja, du hast recht. Ich war alleine dort und deshalb konnte ich mich beim Fotografieren so richtig ausleben. 😉
      Um so schwerer war es diesmal, die Fotos für den Beitrag auszuwählen. Ich hätte noch sooooooo viele mehr ….. Aber das würden hier den Rahmen sprengen.
      LG SUE

  2. Lilly sagt:

    Sehr kunstvoll hergerichtet ,wunderschön! schaut so lebensfröhlich aus mit den bunten Farben, echt toll !
    Hoffe Andreas hat es nicht ausgelassen weil es ihm nicht gut geht…

    Liebe Grüße Lilly

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