Nach dem Abendessen machten wir einen kurzen Abstecher ins Zimmer, um uns warm einzupacken und damit für Draußen mit wenig Bewegung gerüstet zu sein, um die von mir so sehnsüchtig erwarteten Nordlichter zu erspähen. Also stapften wir die Piste neben unserem Hotel hoch.
Ausschau nach wolkenfreiem Himmel
Wir blickten von verschiedenen Plätzen in den Himmel und freuten uns über jedes noch so kleine Wolkenloch. Doch von einem Nordlicht war weit und breit nichts zu sehen. Zwischendurch überlegten wir, mit der Gondel hinunter in den Ort zu fahren, um zum nahegelegenen See zu gehen. Da es aber ziemlich bewölkt war, sparten wir uns den Weg. Ich war sehr enttäuscht, dass die Bewölkungsvorhersagen immer schlechter wurden, aber schlussendlich machte es Sinn, einfach wieder ins Zimmer zurück zu gehen und zu duschen.
Sterne in Sicht
Andreas sah regelmäßig zum Fenster raus und bemerkte plötzlich, dass Sterne am Himmel zu sehen waren. Also ein gutes Zeichen, weil das schon mal eine unabdingbare Voraussetzung ist, um Nordlichter überhaupt sehen zu können. Ich sprang sofort ins warme Gewand, schnappte mir Stativ und Kamera und eilte auf die Piste. Andreas kleidete sich in normalem Tempo an und kam bald nach.
Polarlichter erahnen
Gebannt blickten wir in den ziemlich wolkenfreien Himmel und glaubten, irgendwo am Horizont ein paar Nordlichter zu sehen. Ein Pärchen aus unserem Hotel, die mit uns angereist waren, erzählten uns, dass sie davor schon beim See waren und nichts gesehen hatten. Gemeinsam versuchten wir weiterhin die Lichter zu erahnen oder es zumindestens einzureden, dass da etwas grünes am Himmel zu sehen ist.
Geniale Milchstraße
Als wir endlich etwas erkennen konnten, stellte sich heraus, dass wir die Milchstraße sehen. Die restlichen Wolken zogen nun weg und die Milchstraße zeigte sich in ihrer kompletten Pracht. Sie spannte ihren Bogen über das gesamte Himmelszelt.
Aurora Borealis taucht plötzlich auf
Da wir außer ein paar grünen Schimmern auf unseren Fotos nicht so viel sahen, machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Während wir die Piste hinunter wanderten, änderte sich plötzlich alles. Aus dem nichts sahen wir plötzlich weiße Fetzen am Himmel, die sich rasch veränderten und immer mehr, intensiver und mächtiger wurden. Da war sie nun. Die Aurora Borealis.
Wir blieben natürlich sofort stehen, bauten Stativ und Kameras wieder auf und begannen mit einer ausgedehnten Beobachtungs- und Fotografiephase. Es war atemberaubend und wir freuten uns extrem. Es ist wirklich sehr beeindruckend. Wie rasch sich die Formen und die Intensität der Lichter verändert und wie rasch sie an verschiedenen Stellen auftauchen und wieder weg sind. Glücklich und zufrieden kehrten wir irgendwann wirklich zurück und fielen ganz spät müde ins Bett.
2 Gedanken zu „Naturschauspiel Aurora Borealis“
Beeindruckend, weisst du warum man grün sieht? Wie entstehen die Farben?
Ich kann es leider nicht genau erklären. Aber grundsätzlich sind die Lichter grün, doch da wir als Menschen in der Nacht nicht so gut Farben sehen, hat man das Gefühl, sie sind eher heller oder weiß.