Über Nacht hat es geregnet, die Straßen sind nass, aber trotzdem ist es angenehm warm. Also packen wir zur Sicherheit den Regenponcho ein, den wir zum Glück gar nicht brauchen werden und fahren mit der U-Bahn ein paar Stationen bis zum Jadebuddha Tempel im Bezirk Putuo.
Aktives Mönchsleben im Tempel
Im Gegensatz zum Jing‘an Tempel, der als goldenes Juwel des Kapitalismus gilt, begeben wir uns heute zum Jadebuddha Tempel, der ein sehr aktives Mönchsleben hat. So sehen wir dort neben betenden Gläubigen auch viele betende Mönche und einen großen Speisesaal der voller Mönche ist und auch nur ihnen vorbehalten ist.
Die Mönche betreiben hier zudem ein bekanntes buddhistisches Institut, weshalb die Anlage ein wichtiges Bildungszentrum ist.
Klassischer Jiangnan-Stil
Von außen sieht der Jadebuddha Tempel ganz unscheinbar aus, weil er ein klassisches, in sich geschlossenes Hofkloster ist. Er liegt in einem ruhigeren Wohngebiet und wir erkennen anfangs gar nicht, dass hinter den Mauern ein so weitläufiges und wunderschönes Tempelgelände liegt.
Die tiefgelben Wände, die symmetrischen Innenhöfe und die feinen Schnitzereien zeigen den klassischen Jiangnan-Stil der Qing-Dynastie. Uns gefallen die vielen Tempelgebäude aus dem dunklen Holz mit den schnörkeligen chinesischen Dächern, die insgesamt sehr schlicht, elegant und schön aussehen.
Riesengroßes Tempelgelände
Beim Eingang kommen gemeinsam mit uns gleich einige geführte Touristengruppen an und wir fürchten, dass es drinnen sehr eng und wuselig wird. Doch die Tempelanlage ist so weitläufig und hat so viele verschiedene Gebäude und Innenhöfe, dass sich sofort alles verläuft. So können wir entspannt die vielen hübschen Details besichtigen und in Ruhe auf uns wirken lassen.
Buddhas aus Jade sind nicht zu sehen
Die beiden namensgebenden Jadebuddha-Statuen aus weißer Jade, die ursprünglich aus Myanmar kommen und für die der Tempel gebaut wurde, können wir nicht sehen. Sie sind in einem extra Gebäude ausgestellt, das man einerseits gar nicht gut findet und andererseits darf es nicht immer betreten werden. Wie auch immer, Fotos zeigen hätten wir sowieso nicht können, weil die beiden Statuen nicht fotografiert werden dürfen.
Sehr gefehlt haben uns die Jadebuddhas zum Glück nicht. Die Tempelanlage war schon so beeindruckend, dass wir vom Gelände sowieso mit vielen schönen Eindrücken fortgehen.