Der Morgen startet mit gutem Wetter, also perfekt für gute Aussichten. Und auf die warten wir schon, weil wir nun endlich die vier Türmen von Lujiazui besuchen können. Das sind die drei Hochhäuser Shanghai Tower, Jin Mao Tower und Shanghai World Finance Center sowie der Fernsehturm Oriental Pearl Tower.
Es ist ja nicht so, dass es in Shanghai sonst keine Hochhäuser gibt. Im Gegenteil, es sind wirklich zahlreiche. Doch bei diesen vier gibt es Aussichtsplattformen für Besucher und sie liegen alle am Fluss Huangpu.
Einmal Bargeld statt Alipay
Da wir bald am Ende unseres Shanghai-Aufenthaltes sind und unsere Renminbi-Sicherheits-Bargeldreserve noch immer unangetastet im Geldbörserl liegt, wollen wir das chinesische Bargeld in dem Land, in dem angeblich alle nur mehr mit Alipay und WeChat bezahlen, endlich ausgeben. Damit es nicht übrig bleibt, zahlen wir die Tickets für den Jin Mao Tower sowie den Frühstückkaffee mit Geldscheinen. Das funktioniert tadellos, also ganz genauso einfach wie zahlen mit Alipay.
Wo hinauffahren, wo hinunterschauen?
Andreas hat sorgfältig recherchiert, welcher Turm welche Aussichtsplattformen anbietet, wie hoch welche Plattform ist und wie sie jeweils gestaltet ist und wohin und was man jeweils sieht.
Jin Mao Tower mit bester Sicht auf die anderen Türme
Als erstes sehen wir uns den Jin Mao Tower. Er steht genau zwischen SWFC und Shanghai Tower und man hat von seiner 360-Grad-Aussichtsplattform durch die Fensterfronten mit verschiedensten Ausbuchtungen in alle Richtungen den perfekten Blick auf die anderen beiden Hochhäuser genauso wie auf den Oriental Pearl Tower.
Außerdem ist der Jin Mao Tower schon etwas älter und damit nicht überlaufen. Außer, wenn gerade eine aufgeregte chinesische Reisegruppe ankommt. Die machen aber sowieso immer alles im Schnelldurchlauf und so ist es bald wieder ziemlich ruhig.
Hotel-Patio Blick von oben und unten
Besonders spektakulär ist der Blick in den Patio des Hotel Grand Hyatt Shanghai in der Mitte des Turms. Später gehen wir dann unten ins Hotel und fahren mit dem Aufzug zuerst in die Lobby des Hotels, die sich im 54. Stock befindet – und damit schon höher liegt, als unsere Hotel insgesamt hoch ist. Von der Lobby des Grand Hyatt Shanghai geht es dann noch 2 Stockwerke weiter hinauf. Dort schauen wir vom Patio 33 Stockwerke hinauf und dieser Ausblick ist spiegelverkehrt zur Jin Mao Tower-Sicht.
Am Platz vor den drei Türmen fotografieren wir noch ein bisschen und entdecken dabei einen Stand, wo ein Roboter die Kunden bedient. Wir können zusehen, wie ein Chinese ein Getränk vom Roboter ausgehändigt bekommt.
Der Flaschenöffner-Turm
Der nächste Turm ist das Shanghai World Finance Center, kurz SWFC. Dieses Hochhaus wird wegen der Form und dem Loch an der oberen Kante auch Flaschenöffner genannt. Hier sind noch weniger Besucher. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das SWFC renoviert wurde und damit längere Zeit geschlossen war bzw. oft noch als geschlossen genannt wird. Und seit der benachbarte superhohe Shanghai Tower eröffnet hat, hat der SWFC wohl auch an Attraktivität verloren.
Aussicht auf besuchte Orte
Wir haben aber die Erfahrung gemacht, das man von allzu hohen Türmen nicht so viel sieht, weil man von zu hoch oben überhaupt keine Details erkennen kann. Für uns ist es viel spannender zu sehen, wo wir zum Beispiel am Bund am ersten Abend und am Nord-Bund am zweiten Abend gestanden sind, um zur Skyline Lujiazui zu schauen und die beleuchteten Türme zu fotografieren.
Versteckte Glasbodenrand-Aussichtsplattform
Vom SWFC sind wir allerdings im ersten Moment enttäuscht, weil die Aussichtsplattform im 97. Stock etwas zurückversetzt ist und so haben wir ständig die Kante vom Haus im Blick. Andreas vermisst auch noch den Glasboden, den es hier auf der Aussichtsplattform geben soll. Deshalb machen wir uns auf die Suche und finden erst nach Rückfragen beim Personal heraus, dass wir auch noch in das 100. Stockwerk fahren können. Und jetzt endlich bekommen wir das, was wir eigentlich erwartet haben. Durch die Glasbodenelemente am Rand dieser oberen Plattform haben wir einen großartigen Ausblick auf den Jin Mao Tower, den Oriental Pearl Tower und die Gegend Lujiazui sowie einen ordentlichen Weitblick auf Shanghai.
Gemütlich am Highwalk schlendern
Nach einem Kaffee schlendern wir von den drei Hochhäusern auf dem Highwalk in Richtung Oriental Pearl Tower. Auf diesem Hochweg für Fußgänger ist viel Platz und es ist wirklich angenehm zu gehen, weil man über dem Straßenverkehr geht. Natürlich stehen überall Menschen, die fleißig die Hochhäuser fotografieren.
Direkt vor dem Oriental Pearl Tower ist der Highwalk quasi ein Kreisverkehr mit unendlichen vielen Perspektiven auf das Wahrzeichen von Shanghai. Das ist alles sehr durchdacht und hübsch gestaltet.
Wahrzeichen Oriental Pearl Tower
Als wir nach langem suchen endlich den Ticketschalter vom Oriental Pearl Tower finden, brauchen wir das erste Mal den Reisepass für den Kauf der Tickets. Wir haben gelesen, dass man den Reisepass in China überall für Eintritte braucht, doch in den letzten beiden Wochen, war das bei uns nicht der Fall.
Jedenfalls fahren wir auf den ältesten und auch kleinsten der vier Türme direkt in die obere Kugel. Hier drängen sich gerade relativ viele Menschen vor den Glasscheiben. Also gehen wir direkt die paar Stufen zur Plattform mit Glasboden hinunter. Und sofort sind wir völlig überwältig und voll Adrenalin.
Unser allerbester Glasboden
So einen genialen Glasboden haben wir noch nie erlebt. Der innere Ring ist zwar aus blickdichtem Material, aber der äußere und bei weitem breitere Teil ist wirklich komplett aus Glas. Und auch die Außenwand ist komplett aus Glas. Die ersten Schritte kosten und schon Überwindung, so einfach durch die Luft zu spazieren. Doch wir gewöhnen und ganz schnell daran und es ist wirklich großartig.
Shanghai erleuchtet die Nacht
Während wir auf dem Glasboden herumgehen erleben wir den Wechsel von Tag auf Nacht, was ebenso beeindruckend ist. Die Stadt ist nun voller Lichter und bietet uns einen besonders schönen Blick auf die teilweise bunt beleuchtete Szenerie.