Den Vormittag vertrieben wir uns mit einer Mini-Wanderung, also es war mehr als nur ein Sparziergang, aber nicht wirklich eine richtige Wanderung. Michael wäre am liebsten mit uns bis zur Spitze des Berges gegangen. Doch dazu hatten wir nicht ausreichend Zeit. Eventuell hätte die Kondition auch nicht ganz gereicht.
Schnee-Wanderung am Levi-Berg
Direkt von unserem Hotel Levi Panorama gingen wir ein bisschen auf der so gut wie unbefahrenen Straße und stapften auch durch schneebedeckte Wanderwege sowie am Rande von Schipisten. Was als Strecke eine relativ kurze Luftlinie darstellt, ist beim Stiefeln durch den Schnee nicht ganz unanstrengend und dauert deshalb viel länger, als man denkt. Deshalb belohnten wir uns zum Abschluss mit einem Kaffee im Kaffeehaus des Samiland Ausstellungszentrums, mit direktem Ausblick auf Levi.
Ausflug zu den Rentieren
Nachmittags gab es den nächsten organisierte Programmpunkt, nämlich der Besuch einer Rentierfarm. Auf dem Weg dorthin erfuhren wir, warum hier keinesfalls Salz gestreut wird, obwohl es die letzten Tage durch den Wechsel zwischen Plus- und Minusgrade ordentlich getaut hat. Das Salz würde nämlich die herumstreifenden Rentiere anlocken, die dann direkt in die Orte einmarschieren würden.
Ounaskievari-Farm in Köngas
Wenn die Tiere glücklicherweise nicht durch die Straßen im Ort laufen, dann fahren wir zum seit rund 5.000 Jahren wichtigsten Nutztier von Lappland, nämlich zur Rentierfarm Ounaskievari.
Nachdem wir ein paar Verhaltensregeln über die halbwilden Tiere gehört hatten, durften wir, aufgeteilt in ein Gruppen, in den Rentierschlitten eine Runde fahren. Es waren immer ein paar Schlitten und Rentiere miteinander verbunden und ein Guide führte das Gespann durch den Wald und wieder zurück. Das war ganz gemütlich, mir fehlte ein bisschen die Action. Ich hätte es viel spannender gefunden, selbst das Rentier zu steuern und eine eigenständige Runde zu drehen.
Rentiere füttern
Jedenfalls gab es nach der Fahrt für alle ein paar Moose bzw. Flechten in die Hand und wir konnten die Rentiere damit füttern. Die stürzten sich natürlich auf die Leckerbissen und so war innerhalb von ein paar Minuten alles weggeputzt.
Die Rentiere waren generell nicht sehr aktiv. Viele lagen oder standen sogar so regungslos herum, dass man glauben konnte, sie sind gar nicht echt. Und etliche wirkten etwas traurig, weil sie den Kopf ganz weit herunterhängen ließen. Ein Rentier, das heute einen Arbeitstag gehabt hätte, musste ausgetauscht werden, weil es keinen einzigen Schritt gehen und auch keinen Schlitten ziehen wollte.
Im Übrigen hat jedes Tier einen Besitzer, bei dem es im Winter betreut wird, aber im Sommer laufen alle Tiere ganz frei durch die Gegend herum.
So ging es weiter ins Farmhaus, das aktuell nur mehr für den Tourismus dient. Bei einer Tasse dünnen Kakao und ein Keks pro Person erfuhren wir, dass sich generell immer mehr Rentierfarmen auf den Tourismus konzentrieren und damit etwas die Produktion von Rentierfleisch zurücknehmen.
Köstliches Rentier-Steak
Wir mussten dieses Rentierfleisch natürlich gleich ausprobieren, als wir von der Farm wieder in Levi zurück waren. Deshalb hatten wir bereits vorab einen Tisch im Restaurant Pihvipirtti reserviert. Jedenfalls schmeckte uns das Rentier-Steak so gut, dass wir gleich entschieden hatten, auf jeden Fall wieder eines zu essen zu.
Nordlichter wieder ausgefallen
Am Himmel zeichnet sich nun schon den dritten Abend dasselbe Bild ab: 100 % Bewölkung und damit 0 % Polarlichter. Inzwischen bin ich schon sehr enttäuscht, dass wir noch gar nichts gesehen haben, obwohl es mit der aktuellen Sonnenaktivität gerade jetzt optimale Bedingungen gibt.
4 Gedanken zu „Vom Levi-Berg zur Rentier-Farm“
coole mütze
Danke!!! Sie ist auch wirklich kuschelig warm.
Hoffentlich bekommt ihr noch die Polarlichter zu sehen ,ich würde es euch wünschen ! Ein Esel Rentier ggg wollte nicht marschieren…. Schauen aber lieb aus.
Wer weiß wo ihr hingefahren werdet wenn du das Rentier gelenkt hättest ggg
Das mit den Polarlichtern hat zum Glück schon geklappt.
Esel-Rentier ist eine gute Bezeichnung. Die sehen wirklich alle extrem süß aus und sind total friedlich und entspannt.