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Cosplay schauen

Am Sonntag zog es uns erneut nach Shibuya, wo die Trends in Sachen Mode gesetzt werden. Genauer gesagt waren wir im Harajuku-Viertel unterwegs, wo wir auf den Omotesando Hills starteten. Diese boulevardartige Straße wird von Geschäften aller bekannten Modelabels gesäumt und bescherte uns einen ruhigen gemütlichen Schaufensterbummel.

Gleich darauf landeten wir in einer komplett anderen Welt, nämlich in der Takeshita Dori. Dort ist nicht nur die ausgefallene Mode junger Designer zu Hause, sondern es ist am Sonntag auch ein Treffpunkt für Cosplay. Was sich dort abspielt und was dort zu sehen ist, ist fast unbeschreiblich.

 

In dieser recht schmalen Gasse tummeln sich unzählige junge Menschen und fast eben so viele Touristen. Man kann sich das wie den letzten Einkaufssamstag vor Weihnachten auf der Mariahilfer Straße vorstellen. Man kommt kaum voran, was in diesem Fall aber gar nicht unpraktisch ist. So hat man etwas Zeit, sich ein paar der vielen ungewöhnlichen, bunten, schrillen, verkleideten, ausgeflippten Menschen anzusehen. Genau so beeindruckend sind die ungewöhnlich langen Menschenschlangen vor den vielen Geschäften, die süßes Zeug verkaufen. Ganz berühmt sind die Crepes, wo man wahrscheinlich unter 20 Minuten Wartezeit nicht zum Zug kommt.

Auffallend, aber nicht verwunderlich ist, dass sich dort viel mehr Mädels als Burschen herumtreiben. Die jungen Männer sieht man hauptsächlich als Hund- oder Taschenträger hinter ihren aufgebrezelten Freundinnen herlaufen.

 

Aber das eigentliche Highlight ist Cosplay. Für alle, die wie ich den Begriff zwar schon einmal gehört haben, aber nicht genau wissen, was es bedeutet, gibt es anschließend eine genauere Beschreibung. Im Grunde genommen handelt es sich um lebendig gewordene Figuren oder Charaktere aus japanischen Comics (Mangas) oder Comicfilmen (Animes). Wir haben so viel imposante Gestalten gesehen, können aber überhaupt nicht sagen, wen sie dargestellt haben, weil wir all die Geschichten nicht kennen. Trotzdem war es ein faszinierendes Schauspiel, das man auf jeden Fall sehen sollte, wenn man in Japan ist.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ist für diesen Artikel mehr als zutreffend. Deshalb gibt es direkt nach den 3 Begriffsdefinitionen die Cosplay-Bildgalerie mit einem bunten Sammelsurium.

Was ist Manga?

Manga (japanisch: 漫画, Hiragana: まんが, Katakana: マンガ) etwa mit „zwangloses, ungezügeltes Bild“ zu übersetzen, ist der japanische Begriff für Comics. Außerhalb von Japan bezeichnet er vorwiegend aus Japan stammende Comics.
Ähnlich wie der westliche Begriff ,Comic‘ ist auch ,Manga‘ in seiner Bedeutung eher unscharf und schließt neben statischen Bildergeschichten, kurzen Comic Strips und Karikaturen mit ein. Um sie besser von Comics in Buchform unterscheiden zu können, hat sich für japanische Zeichentrickfilme jedoch weltweit die Verwendung des Begriffes Anime durchgesetzt.

Was ist Anime?

Anime (japanisch: アニメ) bezeichnet in Japan produzierte Zeichentrickfilme. In Japan selbst steht Anime für alle Arten von Animationsfilmen, für die im eigenen Land produzierten ebenso wie für importierte. Er bildet das filmische Pendant zum gezeichneten Manga, dem japanischen Comic.
Viele können sich sicherlich noch an die Zeichentrickserie „Heidi“, aus unserer Kindheit erinnern. Was viele nicht wissen ist, dass diese in Japan produziert wurde, weswegen Heidi, Klara und der Geissen-Peter auch so, für uns eher seltsam wirkende, grosse, runde Augen hatten. Das war bereits ein Anime.

Was ist CosPlay?

Cosplay (japanisch: コスプレ) ist ein japanischer Verkleidungstrend, der in den 1990er Jahren mit dem Manga- und Animeboom auch in die USA und nach Europa kam. Der Begriff Cosplay, setzt sich aus den englischen Begriffen „costume“ und „play“, frei übersetzt „Kostümspiel“, zusammen.
Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur bzw. einen Charakter durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Der Charakter kann dabei aus einem Manga, einem Anime, einem Videospiel oder einem Spielfilm stammen.

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