Der Glockenturm Giralda und seine Kathedrale

Desto frequentierter eine Sehenswürdigkeit, umso schlechter ist das Service für die Besucher. So kommt es mir jedenfalls hier in Sevilla vor. Nach der extrem schlechten Website für die Tickets von Alcazar gab es mit der Seite für die Giralda und die Kathedrale noch eine Steigerungsstufe an möglichst schlecht gemachten Onlinekauf. Und das, obwohl überall darauf hingewiesen wird, dass man die Tickets unbedingt online kaufen soll. Aber wenn man mehr als genug Besucher hat, braucht man sich wohl keinerlei Gedanken zur Usabilty des Onlinekaufs machen.

Giralda Glockenturm

Der Turm ist sehr angenehm zu besteigen, denn es führt ein Weg nach oben. Also statt Stufen sind hier 34 Rampen gebaut. Warum das so ist, wurde leider nicht erklärt. Aber somit ist der Turm eigentlich ganz modern, weil barrierefrei.

Toller Ausblick & Überblick

Der Ausblick vom Turm auf ganz Sevilla ist wirklich großartig. Alle 4 Seiten haben breite Öffnungen. So konnten wir wirklich einen umfassenden Blick auf alle Ecken der Stadt werfen und einige der besichtigten Sehenswürdigenkeiten wie Las Setas oder Alcazar auch von oben betrachten. Da relativiert sich so manche Dimension.

Laute Glocken

Wenn man oben ist am höchsten Glockenturm Spaniens und eine der 25 Glocken läutet, fühlt es sich an, als würde man einen Schlag auf den Kopf erhalten. Der Ton zieht sich so richtig durch Mark und Bein.

Minarett und Moschee überbaut

Wenn man genau schaut, merkt man, dass die Kathedrale und der Turm einen quadratischen Grundriss haben. Das kommt daher, weil hier ursprünglich eine Moschee mit Minarett stand. Nach einer teilweisen Zerstörung durch ein Erdbeben wurde daraus die weltweit größte gotische und drittgrößte katholische Kirche. Ganz im Gegensatz zur Hagia Sofia, die ursprünglich eine Kirche war und jetzt eine Moschee ist.

Prunk der Kathedrale

Natürlich ist in der Kathedrale alles sehr groß, sehr prunkvoll und sehr klassisch. Sehr stolz ist man hier auch auf die Gebeine von Christoph Kolumbus, die hier liegen. Das entsprechende Mausoleum in der Kirche ist auch sehr gut besucht.

Jeder der Kirchen etwas abgewinnen kann, findet hier sicher ein wunderbares Exemplar. Meines sind Kirchen einfach nicht. Daher konnte ich hier nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen.

Hochsicherheitstrakt

Was ich gar nicht schön finde, sind die vielen Teile von Altären, Kapellen, Statuen usw., die hinter Gitter und Glas versperrt sind, als gelte es, den Knopf für den Auslöser der Atombombe zu sichern.

Kältepol

Außerdem war es mir, wie in fast allen Kirchen, einfach viel zu kalt. Nach der Besichtigung musste ich einen heißen Tee trinken, um mich wieder lebendig zu fühlen.

Der Innenhof mit den Orangenbäumen war ein netter Abschluss.

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