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Gibbs Island überraschte mit springenden Zügelpinguinen

Von Point Wild ging es rund um die Insel Elephant Island an die Südspitze. Desto weiter wir uns wieder ins offene Meer bewegten, um so stärker wurde der Wind. Bei diesen Wetterverhältnissen wurde uns rasch klar, warum Elephant Island bei den meisten Touren nicht angesteuert wird.

Aussicht auf Cape Lookout

Im Süden von Elephant Island kamen wir zu Cape Lookout. Dort waren allerdings die Wellen viel zu hoch, sodass nicht einmal die Zodiacs zu Wasser gelassen werden konnten. Also hielt die MS Sea Spirit für eine Pause an.

Wir hielten währenddessen Ausschau mit unseren Teleobjektiven und sogar einem professionellen Fernglas, das ein Guide an Deck brachte. Überrascht waren wir, wie viele Pinguine bei näherer Betrachtung zu sehen waren. Von der Ferne sahen wir die Tiere nicht und hatten den Eindruck, dass es einfach nur felsige Küsten mit Eis, Schnee und Gletscher gab. Doch bei intensiverer Begutachtung sah man große dunkelrosa Flecken, die ein eindeutiges Indiz für Pinguinkolonien sind. Das kommt daher, dass die Hauptnahrung der Pinguine, der Krill einen rosa Panzer hat und diese Farbpigmente bei der Ausscheidung der Pinguine mit heraus kommen.

Mit Spannung beobachteten wir auch einen großen Schwarm Kapsturmvögel. Die eher kleinen Vögel flatterten rund um unser Heck herum, ließen sich alle gemeinsam neben dem Schiff nieder und gaben ein hübsches Schwarz-Weiß-Bild ab.

Gibbs Island

Als Alternative zu Cape Lookout fuhren wir zu der ganz kleinen und südlicher liegenden Gibbs Island, wo wir noch einen gut einstündigen Zodiac-Ausflug machen konnten. Das eigentlich Thema auf Gibbs Island wären die Silbersturmvögel gewesen. Doch die traten rasch in den Hintergrund, weil wir mit einer extrem großen Anzahl von Pinguinen überrascht wurden. Auch für das Expeditionsteam war Gibbs Island eine ganz neue Erfahrung, da sie alle das erste Mal so nah an die Insel heran kamen.

Pfeilschnelle Pinguine

Schon am Weg vom Schiff zur felsigen Küste von Gibbs Island begleiteten uns mehre Gruppen von schwimmenden Goldschopf- und Zügelpinguinen. Es war wieder einmal extrem faszinierend, wie wendig und pfeilschnell sich die Pinguine im Wasser bewegten, während sie an Land so tollpatschig herum torkelten. Jedenfalls war das wieder so ein Tag, wo man anschließend unendliche viele Fotos löschen musste, weil so viele Pinguine aus dem Bild gehüpft waren. Bevor man „Hier sind Pinguine“ fertig ausgesprochen hatte, waren sie schon wieder abgetaucht oder an einem ganz anderen Ort plötzlich aufgetaucht. Diese rasanten Wechsel sind schlecht zum Fotografieren, aber genial zu beobachten.

Plastikmüll gefunden

In einer Bucht sahen wir einen gelben und einen grünen Fleck und rasch war klar, dass dort Müll herum lag. Also ist eines unserer Zodiacs ganz nah an diesen Strand heran gefahren und ein Passagier stieg aus, ging vorsichtig an den Pinguinen vor und nahm die beiden Plastikteile auf unser Schiff zum Entsorgen mit.

Zügelpinguine mit rosa Bäuchen

An den Felsen sahen wir überall Zügelpinguine mit Jungtieren. Sie werden auch Kehlstreifpinguine genannt. Besonders auffällig war, dass die Küken oft einen rosa Bauch hatten. Wie bereits erwähnt, ist eine dunkelrosa Farbe im Umfeld von Pinguinkolonien recht typisch. Aber wenn das Rosa dann nicht nur am Felsen und den Steinen zu sehen ist, sondern auch das Daunenkleid der Küken rosa gefärbt ist, schaut das schon sehr speziell aus.

Gemeinsames Bad

Und immer wieder sahen wir große Gruppen von Zügelpinguinen, die fast gemeinsam ins Wasser sprangen. Es erweckte den Eindruck, dass sich die anderen nur ins Wasser trauen, wenn einer der mutige Erste ist. Doch sie wollen sich damit vor Seeleoparden schützen. Denn sie hoffen, dass ihrem Feind das Fangen viel schlechter gelingt, wenn so viele Pinguine gemeinsam im Wasser paddeln. Deshalb gehen sie oft in großen Gruppen auf Futtersuche ins Meer.

Auch der Weg zurück von Wasser an Land war sehenswert. Da spülte es immer ganze Gruppen der Zügelpinguine an den Strand auf den Schotter. Während sie sich aufzurappeln versuchten, umspülte sie oft die nächste Welle und sie landeten am Bauch, strampelten dann weiter so lange bis sie mehr oder minder aufrecht auf ihren beiden Watschelfüßen zu stehen oder zu laufen kamen. Das war ein echt amüsantes Schauspiel.

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Ein Gedanke zu „Gibbs Island überraschte mit springenden Zügelpinguinen

  1. Hallo, die Zügelpinguine schauen lustig aus mit dem Strich im Gesicht .
    Das finde ich UMWELTBEWUSST UND TOLL ! -wenn ihr den Mühl mitgenommen habt’s zum Entsorgen ! So eine schöne unberührte Natur und Tierwelt und dann gibt es immer wieder Leute denen das egal ist, sie denken weder an die Tiere noch an die Umwelt ,dass es ihnen selber irgendwann nicht zu gute kommt, so weit wird aber anscheinend nicht gedacht.
    Kein Foto ist wie das andere ,sehr schöne Aufnahmen !

    lgLilly

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