AntarktisSüdgeorgien

Quirlige Goldschopf-Pinguine in der Cooper Bay

Für den zweiten Ausflug dieses Tages in die Cooper Bay fuhren wir gute 20 Kilometer weiter bis an das südliche Ende von Südgeorgien.

Ausflug mit den Booten

Dort wurden alle Zodiacs und Kajaks zu Wasser gelassen und alle Reisenden erkundeten den felsigen Küstenstreifen von Cooper Bay mit den Booten.

Zum Glück hatten wir Ersatzhandschuhe und Hauben mit, denn die Teile waren vom frühmorgentlichen verregneten Landgang noch nass. Aber mit der Zweitausstattung konnten wir die Tour trocken und warm antreten. Das war gerade bei den Bootstouren sehr wichtig, da uns bei diesen Ausflügen durch die eingeschränkte Bewegung sowieso immer kühler war.

Aktive Goldschopfpinguine

In Cooper Bay konnten wir neben den bereits bekannten Eselspinguinen eine neue Pinguinart erkunden. Nämlich die Goldschopfpinguine, die auf Englisch den lustigen Namen „macaroni penguin“ tragen. Und irgendwie waren sie auch ganz lustige Gesellen. Hyperaktiv hüpften sie von einem Felsen zum anderen, sprangen ins Wasser und wieder heraus, guckten neugierig herum und waren ständig in Bewegung.

Selbst im Wasser konnten wir beobachten, wie extrem aktiv die Goldschopfpinguine waren. Wie alle Pinguine sind sie im nassen Element total schnell und wendig. Genial sieht es aus, wenn sie wie Torpedos unter der Wasseroberfläche dahin ziehen und dann immer wieder über die Wasseroberfläche gleiten um kurz danach ganz rasch ins Meer zurück zu tauchen.

Aus dem Bild gehüpft: fotografische Herausforderung

So spannend diese Aktivitäten anzusehen waren, so groß war die Herausforderung fürs Fotografieren. Selbst wenn man einen springenden Pinguin gerade mitten im Sucher sieht, kann man gar nicht so schnell den Auslöser drücken, dass man noch etwas vom Tier am Foto sieht. Und wenn dann noch die Bewegung des schaukeligen Bootes dazu kommt, wird die Sache noch kniffeliger und oft unscharf. Mit viel Glück konnten wir vielleicht noch die eine Flügel- oder Schwanzspitze ablichten. Doch meist zeigten diese Fotos nur noch nur Wasser.

Abends beim Essen bestätigten alle, dass sie mindestens die Hälfte der an diesem Tag produzierten Fotos und Filme gleich nach diesen Ausflug gelöscht hatten.

Wetterbedingter Abbruch

Aber das Erkunden der Pinguinwelt besteht glücklicherweise nicht nur aus der Jagd nach guten Bildern. Sondern einfach dem bunten Treiben zuzusehen und die quirligen, putzigen Tiere zu betrachten ist eine große Freude und ein ganz besonderes Erlebnis. Das hätten wir noch stundenlang weiter machen können. Doch wieder einmal spielte uns das Wetter einen Streich. Nach guten 90 Minuten kam starker Wind auf. An den Wolken, die sich so rasch wie eine Zeitrafferaufnahme rasant von den Bergspitzen die Hänge hinunter schoben, sahen wir das mit eigenen Augen. Bald merkten wir, dass die Wellen auch stärker wurden.

Da bei den Expeditionen Sicherheit immer das oberste Gebot ist, kam die Anweisung, dass alle Boote sofort zum Schiff zurück müssen. Wir freuten uns trotzdem, das wir die Gelegenheit hatten, noch ein paar der auf Südgeorgien beheimateten Goldschopfpinguine zu sehen. Außerdem empfanden wir die Goldschopfpinguine viel unterhaltsamer als die zwar sehr hübschen aber eher statischen Königspinguine.

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3 Gedanken zu „Quirlige Goldschopf-Pinguine in der Cooper Bay

  1. Hallo!
    Nicht nur die Tiere, auch die Gegend ist einfach traumhaft schön! Schade, dass das Wetter hier nicht so ganz mitgespielt hat. Und die Goldschöpfchen sind wirklich entzückend! Wieviele unterschiedliche Arten waren das bis jetzt schon?
    Ich glaube, dass der Erfinder der Digital-Fotografie eigentlich ein Tierfotograf war, der ständig seine Filme gleich nach der Entwicklung weggeworfen hat, weil nur Wasser oder Luft drauf zu sehen war 😉 😉
    Auf jeden Fall hat er uns echt das Leben erleichtert…
    Liebe Grüsse

    1. Also…
      * Magelan-Pinguine auf den Falklandinseln
      * Eselspinguine (Gentoo), Königspinguine und Goldschofpinguine (Macaroni) auf Südgeorgien
      * Rockhopper-Pinguine (Falkland) wurden uns wetterbedingt leider vorenthalten

      Somit sind wir bei derzeit 4 Pinguin-Arten. Mindestens zwei werden uns zukünftig noch begegnen.

      Ach ja, und das Pinguin-Graffiti in Ushuaia. Zählt das auch?

      Liebe Grüße, Andreas

  2. Hallo,
    Diese Pinguin Art schauen lustig aus. Die hohen Felsen mit den grünen Büscheln drauf ,eine echt schöne Natur!
    Auch wenn ihr frühzeitig abbrechen musstet, habt ihr wenigstens noch bissl die lieben “ Buscheln“ beobachten können.
    Ihr habts aber sehr schöne Fotos geschafft !!! LG

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