AntarktisSüdshetlandinseln

Sonniger Abschluss auf Hannah Point

Obwohl wir bereits den 17. Tag durch die Antarktis schipperten konnten wir nicht glauben, dass wir mit Hannah Point bereits zum letzten Landgang fuhren. Und den wollten wir natürlich in vollen Zügen genießen.

Sonnige Abschluss in Hannah Point

Perfekt dafür war die Sonne, die aus voller Kraft lachte. Wir freuten uns sehr, dass wir im krassen Gegensatz zum nebeligen Vormittag, so viel Glück mit perfektem Wetter zum Schluss hatten. Auch die Landschaft erschien ganz anders. Kein braunes Gestein, aber auch kein Schnee oder Eis. Sondern ein in zartes Grün getauchter Hügel tat sich vor uns auf.

Dicht bevölkert

Die Landspitze an der Südküste der Livingston-Insel im Archipel der Südshetlandinseln war praktisch von Tieren überfüllt. Seeelefanten, Eselpinguine mit Küken sowie Zügelpinguine, ebenfalls mit Küken, drängten sich dicht aneinander.

Frisch geöffnete Anlandestelle

Dieser Ausflug war auch ein besonderes Erlebnis, weil Hannah Point erst seit wenigen Tagen wieder für Landgänge freigegeben war. Davor waren zu viele Tiere mit ihren Jungen an diesem Platz, und er konnte nicht besucht werden. Da es noch immer recht voll war, wurden wir auf vier Gruppen aufgeteilt und hatten an Land jeweils nur eine halbe Stunde Zeit.

Seeelefanten-Stau

So erkundeten wir davor die Küste noch mit den Zodiacs und konnten schon von Weitem sehen, wie dicht bevölkert Hannah Point war. Besonders bemerkenswert waren die Seeelefanten. Während ein paar am flachen Strand herum lagen, gab es eine große Gruppe dieser Tiere, die weit oben am Hügel Quartier bezogen hatten. Und dann gab es einen Weg, den sich die Kolosse hinunter- und hinaufschoben, um ins Meer zu kommen. Ich bekam echt Mitleid mit den Tieren, als ich sah, welch enorme Anstrengungen sie unternehmen mussten, um ins Wasser und wieder zurück zu kommen.

Und es sah ein bisschen aus, wie Stau zu Hauptverkehrszeiten auf der Tangente. Einerseits, weil so viele Seeelefanten unterwegs waren und andererseits, weil diese Tiere nur eine paar Meter dahin robbten und anschließend lange Erholungspausen brauchten, bis sie ihren Weg fortsetzten.

Mitten unter Pinguinen

Wir durften uns an Land auch nur langsam bewegen, als wir uns unter die Zügelpinguine und Eselspinguine mischten. Wahrscheinlich waren wir den Tieren noch näher als sonst. 5 Meter Abstand zu halten war hier kaum möglich. Deshalb war es noch wichtiger, nicht mitten durch die Kolonie zu gehen, sondern am vorgegebenen Pfad zu bleiben.

Die grauen, kuscheligen Jungtiere waren bei beiden Pinguinarten schon recht groß, laut und aktiv. Man könnte sagen, auf Hannah Point war es ziemlich turbulent. Jedenfalls ein wunderbarer Abschluss mitten unter Pinguinen.

Überhasteter Aufbruch

Extrem schade war es allerdings, dass unsere Zeitslots an Land so kurz waren und wir von Hannah Point für mein Gefühl viel zu überstürzt aufbrachen. Der Grund war schon wieder einmal ein herannahender Sturm und der „Zeitverlust“ der Orca-Sichtung zu Mittag. Da der Kapitän das Schiff gestoppt hatte, so lange sich die Orcas in der Nähe zeigten, hatten wir angeblich auch mehr als eine Stunde verloren.

Also ging es, nachdem alle vom Landgang zurück am Schiff waren, sofort los Richtung Drake Passage. Ich bin der Meinung, dass ein oder zwei Stunden mehr auf Hannah Point für den letzten Landgang auch möglich gewesen wären. Aber was der Kapitän entscheidet, ist Gesetz.

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Ein Gedanke zu „Sonniger Abschluss auf Hannah Point

  1. Schön dass ihr noch schönes Wetter hattets zum Abschluss.
    Pinguine in Hülle und Fülle, die See Roben mit dem plumpen schweren Körper ist es sicher nicht leicht sich am Land vorwärts zu bewegen.
    Wäre vielleicht leichter für denen wenn sie Kiemen hätten wie die Fische und mehr im Wasser ein könnten. Aber so hat es die Natur gemacht und es passt auch so. Die jungen Pinguine schauen so flauschig kuschelig aus, wie ein Stofftier.
    lg Lilly

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