AntarktisSüdshetlandinseln

Nebelige Telefon Bay auf Deception Island

Am Vormittag des letzten Expeditionstages waren wir noch ein Stück weiter nördlich und bereits wieder bei den Südshetlandinseln gelandet. Vor uns breitete sich das komplett anders gestaltetes Terrain der Vulkaninsel Deception Island aus.

Telefon Bay im Nebel

Wir waren mitten in die ringförmig angelegte Insel hinein gefahren, damit wir ruhiges Wasser zum Anlanden hatten. Der Küstenabschnitt Telefon Bay, wo wir an Land gingen war braun, steinig, komplett ohne Pflanzen oder Tiere und verschwand bald im Nebel. Ob es langweilig, trostlos oder mystisch aussieht, darf gerne jeder selbst entscheiden.

Manchmal wurden die Nebelschwaden vom extrem starken Wind kurz weggeblasen und dann konnten wir kurz vom Ufer bis zum Krater blicken.

Rotjacken unterwegs

Die ursprünglich geplante Rundwanderung konnte das Expeditionsteam nicht ausstecken, da im dichten Nebel nicht genug Sicht war, um alle Reisenden im Auge zu behalten. Obwohl wir alle in unseren knallroten Expeditionsparkas herum liefen und so etliche Farbtupfer in die braune Landschaft einbrachten.

Also gingen wir vom Strand einfach gerade aus bis zum Krater. Dort konnten wir noch ein Stück nach rechts zu einem Gletscher und ein Stück nach links auf einen anderen Gipfel marschieren, von dem man in eine weitere Caldera sah. Am Gipfel blies der Wind so heftig und laut, dass wir uns fast anschreien mussten, um uns überhaupt zu hören.

Leerer Vulkankrater

Der Blick in die Vulkancaldera war recht unaufgeregt. Es gab bis auf ein paar Rinnsale vom Schmelzwasser und natürlich braune Steine und braunen Sand praktisch nichts zu sehen. Bisher sah ich in Calderas zumindest Dampf aufsteigen oder wenigstens ein paar Pflanzen. Ein komplett leerer Krater war für mich Premiere.

Warmen Wasser am Strand

Interessant war allerdings der warme Meeresstrand. Deutlich spürte ich, dass das Wasser, das in schmalen Rinnsalen vom Landesinneren ins Meer floss ziemlich warm war. Wir wussten, dass es auch Gruppen gibt, die hier ihren Polar Plunge absolvieren. Theoretisch hätten wir das auf eigene Faust und mit eigener Organisation auch machen können. Doch unterstützt wurde es von unserem Expeditionsteam leider nicht. Also habe ich einfach die Hände in den Sand gesteckt und ein bisschen im warmen Wasser gebadet, bevor es zurück zum Schiff ging.

Orcas zum Lunch

Gegen Mittag wurden Orcas gesichtet. Da wir gerade in der Bar auf Deck 4 gemütlich bei einem Kaffee saßen und meine Kamera in der Kabine auf Deck 2 lag, ging ich dieses Mal ohne Kamera hinaus und erfreute mich einfach am Schauspiel der Killerwale. Auf dieser Reise lernten wir auch, dass Orcas zur Familie der Delfine gehören. Daher sieht man sie immer in Gruppen. Ganz im Gegensatz zu Buckelwalen, die meist einzeln oder höchstens zu zweit oder dritt unterwegs sind.

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Ein Gedanke zu „Nebelige Telefon Bay auf Deception Island

  1. Hallo, schaut etwas mystisch aus, dunkle Steine dann noch der Nebel dazu, das einzige lebendige dort seid ihr mit den leuchtenden roten Jacken. Der einzige Farbtupfer dort in dieser kahlen Natur.
    Passt zu meiner jetzigen Stimmung, weil ich weiss dass jetzt eure Reise leider bald zu Ende ist . War schön rein zu schmökern und ein bisschen von Wohnzimmer aus dabei zu sein. Danke !
    LG Lilly

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