BhutanBumthang

Strapaziöse Wanderung in Bumthang

 
Da wir den vorangegangenen Tag auf der Reise nach Bumthang fast die ganze Zeit im Auto gesessen sind, freuten wir uns auf ein Programm mit mehr Bewegung.
 

Brennender See

Bevor wir mit der geplanten Wanderung begannen, machten wir noch einen Abstecher zum Flammender See. Das hört sich viel spannender an, als es ist. Denn es handelt sich dabei weder um einen See noch um brennendes Wasser, wie der Name vermuten lässt. Vielmehr ist es ein Fluss in einer Schlucht, zu der es folgende Legende gibt: Im 15. Jahrhundert stieg Terton Pema Lingpa, ein einfacher Bauer und eine Reinkarnation Buddhas, mit einer brennenden Butterlampe in den See. Als er wieder aus dem Wasser heraus kam, hatte er ein Päckchen mit jahrhundertealten, religiösen Texten in der Hand, die er als Ungebildeter lesen konnte. Aber vor allem brannte die Butterlampe immer noch. Deshalb hat dieser Ort für Buddhisten und die Gläubigen vor Ort eine wichtige Bedeutung. Für uns war es einfach ein schöner Platz in der Natur garniert mit einer netten Fabel.
 

Steiler Wanderweg

Anschließend machten wir uns auf den Weg und sollten nun drei bis vier Stunden in den Bergen von Bumthang wandern. Unser Guide Ngawang meinte, am Anfang wäre es ein kleines bisschen steil und dann geht es gemütlich dahin. Das Verständnis, was nur am Anfang und ein kleines bisschen steil ist, differiert sehr zwischen mit und einem Guide, der vor ein paar Jahren den 25-tägigen Snowmantrack gegangen ist. Ich weiß schon, dass ich nicht besonders viel Kondition habe. Aber dass mich eine Wanderung derart herausfordert, hätte ich nicht gedacht. Für mich ging der Weg, auf dem wir gute 300 Höhenmeter zu bewältigen hatten, gefühlt permanent steil bergauf. 
 
Ich weiß nicht wie fertig ich ausgesehen habe, jedenfalls konnte ich mich nur noch mit letzter Kraft bis an den Gipfel beziehungsweise zu jener Stelle, an der ein Pausenhäuschen steht, hinaufschleppen. Den letzten Teil der Strecke hat Andreas sogar meinen Rucksack getragen. In solchen Momenten schwöre ich mir immer wieder, dass ich ab sofort mehr Bewegung machen werde. Ich hoffe, dass ich durch die kurzen Fußmärsche, die wir hier immer wieder machen, mit doch ein bisschen mehr Kondition nach Hause komme.
 
Auf dem Weg hinauf sind uns einheimische Männer begegnet, die ganze Bäume auf der Schulter getragen haben. Und ein alte Nonne, die ein großes Bündel Holz auf ihrem Rücken schleppte. Die haben eine jedenfalls eine ordentliche Kondition.
 
Ngawang war total überrascht, dass Andreas und ich nicht so richtige Tempo-Maker sind. Denn diesen Ruf haben Österreicher in der Trekkinggemeinschaft Bhutans. Als Stadtkinder haben wir gezeigt, dass Österreicher nicht immer dem Klischee entsprechen müssen.
 
 

Erfolgreich geschafft

Nach der Pause ging es dann wieder bergab, was mir natürlich viel leichter gefallen ist, aber trotzdem auch anstrengend war. Abschließend war ich nach den 3,5 Stunden sehr froh, dass ich es auf den Berg hinauf geschafft und die zehn Kilometer erfolgreich bewältigt habe. Nach einem Mittagessen in Jakar, in einem Restaurant dessen Beschriftung aus Alufolie gebastelt war, waren wir alle froh, ins Hotel zu kommen und eine Pause machen zu können.
 

Europäische Tierimporte

Die meiste Zeit marschierten wir auf einem Kiefern-Waldweg. Zu Beginn und am Ende wanderten wir über Wiesen, wo immer wieder Kühe weideten, die ursprünglich aus der Schweiz stammten. Ein Schweizer hat sich hier sogar niedergelassen, um Käse zu machen und Bier zu brauchen und in seinem Lokal Raclette und Fondue anzubieten. Die Pferde, die es hier gibt, sind ebenfalls aus Europa und zwar österreichische Haflinger.
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4 Gedanken zu „Strapaziöse Wanderung in Bumthang

  1. Da ward ihr ja ganz schön fleißig ! Aber ihr schaut gar nicht k.o aus, habt’s euch schon gute Kondition angeeignet,
    nur merkt ihr es noch nicht so ggg
    Das ist ja irre was die Menschen da für Holz rauf schleppen, das arme Kreuz.

    Dann wünsche ich gute Erholung !
    LG lILLY

  2. Seeeehr tapfer! In so einer Höhe wandern gehen, ist sicher sehr anstrengend. Davor fürcht ich mich auch schon, da wird’s knapp mit der Luft.
    Übrigens: eure Kondition wird in Wien auch bald wieder notwendig sein, das Wetter wird immer frühlingshafter und die Gartenarbeit wartet schon auf euch. LG Doris

    1. Liebe Doris!
      Der Umstand, dass wir hier auf annähernd 3000m Seehöhe wanderten, machte sich beim atmen schon deutlich bemerkbar. Das gemütliche Flachatmen, wie wir es vom Büro gewöhnt sind, geht da gar nicht mehr. Und wenn Du dann, steil den Berg ‚raufmarschierst, fehlt Dir andauernd ausreichend Sauerstoff, wenn Du Dich nicht aufs langsam und tief Einatmen konzentrierst.
      Liebe Grüße, Andreas

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