Während unsere letzte Japan-Reise mit einem Liebesbrief an Tokyo endete, ist die erste Nacht unserer aktuellen Reise in dieser Stadt leider gar nicht gut verlaufen.
Zimmertausch notwendig
Der Geruch in unserem Zimmer ist trotz offenem Fenster eher schlechter statt besser geworden. Es riecht modrig oder schimmelig. Und wir sind ziemlich übernachtig. Also geht unser erster Weg zur Rezeption. Wir können in ein anderes Zimmer, aber erst, wenn es fertig hergerichtet ist.
Suica-Karte für Fahrten mit Bahn und Bus
Die Zeit des Warten aufs neue Zimmer und die Regenpause nutzen wir, um uns bei der nahen Bahnstation eine Suica-Karte zu holen. Das ist die Karte mit der man den Fahrpreis bei einem großen Teil, aber leider nicht bei allen, öffentlichen Verkehrsmittel einfach elektronisch zahlen kann. Man hält die Suica-Karte beim Betreten der Durchgangssperre oder des Verkehrsmittels sowie beim Verlassen jeweils an das Terminal und die Gebühr wird automatisch berechnet und abgezogen. Spannend ist allerdings, dass man die Karte zum elektronischen Bezahlen nur mit Bargeld aufladen kann.
Japanische Hilfsbereitschaft
Da die Suica-Karte hier in Yotsua am Automaten gekauft werden muss und wir uns nicht auskennen, hilft uns zum Glück ein extrem freundlicher Mitarbeiter des Bahnschalters. Er kommt extra aus seinem Häuschen heraus, um für uns die Karten am Automaten zu kaufen und ist dabei noch äußerst höflich und nimmt uns die gesamte Arbeit ab. Wir freuen uns über den besonders feinen Menschen. Das ist Japan, wie wir es in Erinnerung haben.
Hat sich Tokyo verändert oder wir?
Am Weg zum Cafe müssen wir uns eingestehen, dass wir immer mehr das Gefühl haben, es ist alles älter und schäbiger. Und der Autoverkehr auf den Straßen kommt uns extrem laut vor. Außerdem dauert es lange, bis wir endlich ein geöffnetes Cafe finden. Und dann können wir hier auch überhaupt nichts lesen und die Orientierung ist damit eine viel größere Herausforderung. Im Vergleich zu Shanghai, fühlt sich hier in Tokyo für uns gerade alles schlechter an. Und wir verspüren ein Gefühl der Enttäuschung und fragen uns, ob Tokyo vor 11 Jahren auch schon so war oder ob sich etwas verändert hat oder ob wir uns verändert haben?
Wir versuchen das etwas besser einzuordnen. Einen Teil zur Enttäuschung trägt sicher bei, dass wir in der Nacht ein furchtbares Zimmer hatten und damit unausgeschlafen sind. Und dass wir zwei Regentage vor uns haben. Also beschließen wir, wir geben Tokyo eine neue Chance und schauen, was kommt.
Überall höfliche Japaner
Und schon ist die nächste nette Begegnung da. Wir sitzen im Cafe und plaudern, als uns unsere Sitznachbarin auf deutsch anspricht. Sie lebte zwei Jahre lang in München und plaudert mit uns sehr erfreut und ist sehr höflich. Da fällt uns auch gleich auf, dass sich hier im Cafe die Japaner gegenseitig auch äußerst höflich behandeln. Das gefällt uns und hebt gleich unsere Laune.
Wetter für Planungsarbeiten
Wir nutzen das schlechte Wetter und beschäftigen uns diese zwei Tage mit Organisation, Planung, Hoteländerungen und waschen Wäsche. Das muss sowieso auch gemacht werden.
Adapterstecker kaufen
Am zweiten Regentag fahren wir nach Akihabara zu Yodobashi Camera, der eine Art Media Markt ist, nur ungefähr zehn Mal größer. Wir kaufen dort einen Adapterstecker, denn mein toller Reiseadapter kann nur in einer Steckdose mit Schutzkontakt verwendet werden. Solche sicheren Steckdosen haben wir aber in unserem Hotel nicht.
Abschließend gehen wir auch gleich noch essen und freuen uns, dass wir wenigstens ein bisschen draußen sind.
Einmal-Plastikhüllen für den Schirm
Vom Hotel haben wir uns Schirme ausgeborgt. In Japan sind ganz viele Schirme durchsichtig bespannt, was sehr hübsch aussieht. Mir gefällt das jedenfalls sehr gut und natürlich ist es auch sehr praktisch, weil man viel besser sieht. Wenn es hier regnet stehen vor jedem Geschäft Ständer mit Plastikhüllen, die man über seinen Schirm zieht. Beim Verlassen des Geschäfts wirft man die Einmal-Plastikhülle wieder weg. So bleibt zwar viel Plastik über, aber man tropft mit seinem Schirm nicht das Geschäft nass, während man einkaufen geht.
2 Gedanken zu „Tokyo entzaubert“
wünsch euch trotz des Regens schöne Tage in Tokio
Dankeschön. Der Regen hat nach 2 Tagen ja wieder aufgehört. Aber jetzt ist es ein bisserl huschi.