LifouNeukaledonien

Ab in den Süden von Lifou

Aber jetzt konnte es losgehen mit dem Erkunden der Insel. Anissas Rat folgend habe ich für den Süden und den Norden jeweils einen Tag geplant. Mehr braucht man für diese Insel, die keine 8.000 Einwohner hat und 1.200 m2 hat, sowieso nicht.

Also auf in den Süden, wobei ich ja eh schon im Südteil der Insel wohne.

Verfahren kann man sich hier so gut wie nicht, denn eigentlich gibt es fast nur eine Straße. Aber mit dem Plan ist sowieso alles ganz einfach. Die größte Herausforderung auf der Straße ist der Schlaglöcher-Slalom.

Sarah hat mir am Vortag erzählt, dass sie hier zwar nichts haben, aber trotzdem sehr glücklich und zufrieden sind und keiner von hier weg will. Brauchen sie auch nicht. Schließlich hat der Großteil der Häuser eine Satellitenschüssel und es gibt überall Mobilfunkmasten. Also sind zumindest die Einheimischen hier im Nichts mit der Außenwelt ganz gut verbunden.

Atemberaubende Felsenküste in Xodre

Mein erstes Ziel dieser Besichtigungstour war die Felsenküste ganz am Ende der Südspitze von Lifou. Wirklich sehr, sehr atemberaubend. Die Farbe des Wassers, die mächtigen Felsen und die Kraft des Meeres, die die Wellen gegen die Felswand schleudert. Das ist echt kraftvoll und auch mächtig laut. Da spürt man wie viel Kraft Wasser haben kann. Ich fand es sehr schön und entspannend auf einem Felsen zu sitzen und das Schauspiel zu bewundern 
Die weitere Reise führte mich an die südliche Westküste. Eine von der Vegetation her interessante Landschaft, doch sonst ziemlich langweilig und einsam. Ich habe mich gefreut, wenn einmal ein Auto vorbei gekommen ist. Manchmal dachte ich schon, sie hätten mich auf irgendeinem Planeten ausgesetzt und es gibt sonst niemanden hier am anderen Ende der Welt.

In Drueulu konnte ich mich dann an einer ganzen Reihe wunderschöner Strände erfreuen. Es sind meist ganz kleine Buchten, die durch Felsen vom nächsten Strand abgeteilt werden und so weißen Sand haben, dass es fast blendet. Und natürlich unendlich schönes Meer, das sanft vor sich dahinplätschert. Bevor ich wieder meinen Heimweg angetreten bin, war ich natürlich noch eine Runde im Meer. Es war sehr angenehm im türkisfarbenen Meer dahinzutreiben.

Panoptikum auf den Straßen von Lifou

Also was gibt es sonst so zu sehen, wenn man einfach so dahin fährt?

  • Eine ganze Menge Friedhöfe mit sehr bunten Gräbern.
  • Immer wieder ein ziemlich stark rauchendes Feuers weil sie hier offenbar alle Gartenabfälle einfach anzünden. Aber es verbrennt meist nicht ordentlich, sondern raucht und glost einfach so vor sich hin und erzeugt eine ganze Menge Rauch. Anfangs dachte ich, da würden Häuser oder Hütten abbrennen. Doch es ist nur ein kleiner Haufen an Grünzeug.
  • Überall Hunde. Sie sind nicht nur auf der Straße und laufen da herum, egal ob ein Auto kommt oder nicht, sie sind auch am Strand. Und auch meine Vermieterin hatte 3 Hunde. Unangenehm sind sie vor allem am Strand, weil diese streunenden, heruntergekommenen, verwahrlosten Köter schon so aussehen, als hätten sie alle Krankheiten der Welt. Aber so richtig vertreiben lassen wollen sie sich nicht. Nur eine Ladung Sand ist da zu wenig. Überall streunende Hunde gilt in abgeschwächter Form auch für Noumea. Lästig ist es aber in der Nacht, weil sie da sowohl auf Lifou als auch in Noumea stundenlange Bell- und Jaulkonzerte veranstalten. Da helfen nur mehr Ohropax.
  • Typen die Rasen mähen. Mit so einem Spindelrasenmäher, den wir nur zum Schneiden von Rändern oder ganz kleinen Flächen verwenden. Wobei das ist keine Eigenheit von Lifou. Auch auf der Ile des Pins und in Noumea habe ich das gesehen.
  • Dann sieht man immer wieder Auto Stopper. Doch nach meinem Erlebnis von Noumea habe ich Angst vorm schwarzen Mann. Also traue ich mich einfach nicht einen dieser dunkelhäutigen Typen mitzunehmen. Dabei habe ich einfach noch ein ungutes Gefühl. Zudem kenne ich mich hier nicht aus. Also wenn dann jemand neben mir sitzt, der nicht meine Sprache spricht und vielleicht trotzdem mit mir plaudern möchte, dann kann ich mich nicht mehr auf die Straße konzentrieren. Außerdem bleibe ich einfach immer wieder stehen um Fotos zu machen und ins Meer zu schauen. Das geht einfach nicht, wenn ein Fremder dabei ist.
  • Das Beste an dem nicht vorhandenen Verkehr ist, dass man immer und überall stehen bleiben kann. Auch mitten auf der Straße um das Schild einer Unterkunft zu lesen, einen Schluck Wasser zu trinken oder direkt aus dem Auto zu fotografieren. Ich glaube hier gibt es keine Straßenverkehrsordnung.

Geldbörse weg

Als ich schon fast wieder bei Chez Bella war, fand ich noch einen dieser Mikrosupermärkte und wollte ein paar Kleinigkeiten kaufen. Als ich meine Geldbörse nicht fand, war ich voll hysterisch. Es kann ja nicht sein, dass die schon wieder weg ist. Zumal ich mich erinnern kann, dass ich die Kreditkarte und einen Teil des Geldes nach Erhalt des Autos in meiner Hütte gelassen habe. Bald dort angekommen machte ich einen Check, fand die Kreditkarte, das Geld und mitten drinnen meine Geldbörse, die ich einzustecken vergessen hatte. Da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Kein brauchbares Licht am Auto

Die letzten 15 km war es schon finster. Und dieser Teil der Fahrt war extrem anstrengend, weil das Licht am Auto so schwach ist, als würde man mit einem Streichholz leuchten. Das Fernlicht gibt von der Ausleuchtung so viel her wie ein normaler Scheinwerfer, blendet aber die entgegenkommenden, die dann recht gereizt mich Lichthupe reagieren. Schließlich war ich froh, als ich wieder heil angekommen bin. Und auch diesmal bin ich wieder – mangels Alternativen – zeitig schlafen gegangen.

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