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Asakusa – da war doch noch etwas

Nachdem Susanne über die überbordenden Fressstandel- und Japanklimbim-Straße in Asakusa berichtet hat, fehlt noch’was, denn tatsächlich ist diese Straße nur Beiwerk zur eigentlichen Attraktion in Asakusa, nämlich dem Senso-ji, den ältesten und bedeutendsten buddhistischen Tempel von Tokyo und dem daneben liegenden Asakusa-Schrein. Aber wie auch in Mariazell, begeistern die umliegenden kulinarischen Attraktionen schneller und mehr als die religiösen.

Wir haben uns natürlich auch das mächtige Eingangstor, den Tempel und den Schrein angesehen. Beides hübsch und imposant aber nicht außerordentlich spektakulär. Naja, doch beeindruckend waren die beiden Rafting-Schlauchboot-grossen Sandalen am Haupttor zum Tempelgelände. Angeblich die Sandalen Buddhas. Mal ehrlich, wer bitte glaubt, das Buddha Schuhgrösse 900 hatte? Nichtmal der größten Buddha-Statue in Kamakura würden diese Boote passen. Auch die beiden Wächterfiguren an selbigem Tor haben etwas Eindruck hinterlassen, ob ihrer grimmigen Hässlichkeit. Wie in vielen der größeren Tempel, kann man auch hier den innersten Abschnitt nur durch hübsch verzierte Holzgitter betrachten und fotografieren geht gar nicht. Es sei denn man macht auf Tourist und Analphabet. Wobei nichteinmal das gilt, denn wer die zahlreichen Piktogramme mit durchgestrichenen Kameras nicht sieht, wird unter Umständen vom Aufsichtspersonal mit fuchtelnden Händen entsprechend ermahnt.

Vor dem Tempel gibt’s natürlich auch den obligatorischen, mit Holz überdachten Kupfer- oder Steinkessel, gefüllt mit Sand, in den die Tempelbesucher die zuvor erworbenenen, und gar nicht billigen Räucherstäbchen stecken. Eine Minute daneben verweilen und man hat sein Tagespensum an Rauschmittel inhaliert umd vielleicht sogar die Erleuchtung.

In einem kleineren Häuschen neben dem Tempel, wahrscheinlich ein Nebenschrein gab’s noch etwas in Schreinen ganz übliches, ein Kerzenkarusell. Eine Vitrine aus Holz. Darin ein Karusell aus konzentrischen, übereinander angeordneten Metallringen mit kleinen, senkrechten Dornen. Auf diesen Dornen werden kleine Kerzchen, die es um 100 Yen (80 Cent) pro 2 Stück gibt, aufgespießt. Das Ritual kann man sich leicht vorstellen. Tür auf Kerzen ‚rein, Türe zu, zweimal Klatschen und der in diesem Schrein diensthabenden Gottheit den jeweiligen Wunsch übermitteln.

Rund um den Tempel gibt’s auch noch einen ausgesprochen schönen Garten, mit zahllosen kleinen Geisterhäuschen, Statuen, Tafeln und Steinen mit Inschriften und liebevoll gestalteten Pflanzen-Arrangements. All das weiß ich aber nur aus meiner Erinnerung, da ich diesen Schrein vor knapp 15 Jahren schon ‚mal besichtigt hatte. Irgendwie hat er sich seit damals gar nicht verändert ;-). Das Wetter war diesmal aber so ekelhaft und triest, dass wir es vorzogen, anstatt durch den Garten zu wandeln nach einem wärmenden Kaffeehausbesuch zu suchen.

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