BaganMyanmar

Mit dem E-Roller im Pagodenfeld

Seit gestern sind wir in Nyaung U, einem der drei Orte von Bagan. Bagan ist ein Areal in Myanmar, das sich über 36 km2 erstreckt und zwischen 2.000 und 3.000 historische noch erhaltene Tempel, Pagoden und Stupas beherbergt. 

Die religiösen Bauwerke liegen auf dem weitläufigen Gelände so verstreut, dass man auf jeden Fall einen fahrbaren Untersatz braucht. Wer nicht mit einer geführten Tour per Bus, Minibus oder Taxi sondern auf eigene Faust unterwegs ist, benutzt ein Zweirad. Natürlich gäbe es da Fahrräder. Aber die nutzt hier keiner. Denn es gibt hier etwas viel genialeres, nämlich E-Roller. 

 

Geniale E-Roller

Die Roller werden hier überall verliehen. Wir haben sie gleich bei uns im Hotel um 7.000 Kyat, also rund 4.20 Euro, pro Tag ausgeborgt. Sie lassen sich sowohl auf der Straße als auch im Gelände am sandigen Lehmboden hervorragend fahren. Der Fahrtwind ist ebenfalls sehr hilfreich, da man den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt ist. Optimal ist auch, dass man direkt vor dem Eingang jeder Pagode stehen bleiben kann. Außerdem ist es fein, dass man keinen Helm braucht. Alles in allem haben sie das hier in Bagan mit den E-Rollern perfekt organisiert. Ich habe heute richtig Lust bekommen, mir auch in Wien ein solches Gefährt zuzulegen. Nur müsste es einfach viel höher sein, also auf europäische Verhältnisse angepasst sein, damit man sich beim Fahren nicht zusammenfalten muss.
 
Damit waren wir also bestens ausgestattet und haben uns heute vier Bauwerke näher angesehen, und zwar den Hti Lo Min Lo Tempel, die Andana Phaya, die Sulamani Guphaya sowie den Dhammayangyi Tempel. 
 

Eintrittsticket für 5 Tage

In der ersten Pagode, die man besucht, kauft man ein Ticket um 25.000 Kyat, zirka 15 Euro, das man im gesamten Pagodenfeld fünf Tage lang nutzen kann. Geld wird für die Erhaltung der alten Bauwerke auf jeden Fall gebraucht. Es sind so viele und manche schon in echt schlechten Zuständen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass immer wieder Erdbeben Bauten sehr stark beschädigen. Dafür finde ich den Ticketpreis sogar sehr bescheiden. 
 

Hti Lo Min Lo Tempel

Wie der Großteil der Pagoden ist der Hti Lo Min Lo Tempel von außen ein Backsteinbau, an den man noch minimale Reste vom Verputz erkennen kann. Und wie fast jeder Tempel hat dieser auch vier Eingänge. Wenn man das Gelände beim Westeingang verlässt, gibt es ein paar Meter weiter ein Kloster, das man – zwar in gebückter Haltung – besteigen kann und von dessen Dach hat man einen ganz tollen Blick auf den Tempel. 
 

Andana Phaya

Die Andana Phaya hebt sich von den anderen Tempel gleich auf den ersten Blick ab. Sie hat eine goldene Stupa, die man schon von weitem sehen kann. Außerdem ist sie eine sehr große Pagode, die komplett verputzt und verziert ist. Sie wurde bei einem Erdbeben auch sehr zerstört, aber wieder renoviert. Teilweise etwas eigentümlich: zum Beispiele stehen Plastikrohre, die wahrscheinlich als Regenrinne dienen, einfach unschön aus der Wand heraus oder es wurden Baustile hinein gemixt, die sicher nicht aus dem 12. Jahrhundert stammen. Aber sonst ist das Gelände echt sehenswert. Es gibt sogar gemütliche Bänke unter mächtigen schattenspendenden Bäumen. Wir haben dort gleich ein Pause eingelegt. 
 
In der Andana Phaya stehen vier riesengroße Buddhastatuen und außerdem sind dort die Fußabdrücke von Buddha in einer Marmorplatte zu finden. Uns ist aufgefallen, dass er erstens sehr, sehr große Füße hatte und auch recht schwer gewesen sein muss. Interessanterweise sind die Fußabdrücke Buddhas hier trotzdem sehr viel kleiner, als seine Sandalen, die in Tokyo im Asakusa Tempel aufbewahrt werden.
 

Sulamani Guphaya

Von außen sieht die Sulamani wie der Großteil der anderen Pagoden aus. Doch im Inneren unterscheidet sie sich beträchtlich. Da sind nämlich noch fast alle Wandmalereien erhalten. Sehr sehenswert und erfrischend in einem Tempel ein bisschen etwas anderes zu sehen. Insgesamt ist die Sulamani Guphaya von der Größe her sehr überschaubar. 
 
Nach der Erkundung der Sulamani Guphaya haben wir uns mit einer Kokosnuss erfrischt.
 

Dhamayangyi Tempel

Die Pagoden bestehen im Inneren nicht aus einem großen Raum, sondern aus mehreren Gängen. Meist gibt es auch vier Eingänge und in jedem Teil steht mindestens ein Buddha. Manchmal kommt man sich sogar ein bisschen vor wie in einem Labyrinth. Aber beim letzten Bauwerk des heutigen Tages, haben wir den guten Luftdurchzug sehr genossen, weil wir nicht nur schon etwas müde, sondern auch überhitzt waren.
 
Also sind wir noch etwas essen gegangen, um uns für den Sonnenuntergang zu stärken und anschließend ging es wieder zurück ins Hotel und endlich unter die Dusche, um den ganzen Staub abzuwaschen. Jetzt heißt es wieder zeitig schlafen gehen, da wir morgen einen neuen Versuch mit Ballonfahren starten. Also ist wieder 4.30 Uhr aufstehen angesagt.
 
Hier ist ein Auszug aus unseren Fotos. Mehr zu jeder einzelnen Pagode gibt es in der Myanmar-Fotogalerie jeweils unter Hti Lo Min Lo Tempel, Andana Phaya, Sulamani Guphaya sowie Dhammayangyi Tempel
 
Und unter Alt-Bagan: Pagoden und Ausblicke auf den Aye Yarwaddy River gibt es noch Details zu weiteren Pagoden, die wir am nächsten Tag besichtigt haben.
 
 
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