JapanTokyo

Mariazell lässt grüßen

Da es in Japan Tempel ohne Ende gibt, war Freitag wieder ein solcher angesagt. Doch bevor wir mit der U-Bahn Richtung Asakusa aufgebrochen sind, haben wir uns noch eine Pasmo-Karte gekauft. Das ist eine Guthabenkarte, mit der man die Metros verschiedener Betreiber nutzen kann, aber auch andere Dinge bezahlen kann. Beispielsweise Getränke bei einer der Vendingmachines, die hier an jeder Ecke oder in jedem Hotel zu Hauf herumstehen.

Wir sind Förderer der Tokyoter U-Bahnen

Mit dem Benutzen dieser Pasmo-Karte haben wir schnell herausgefunden, dass wir am ersten Tag die öffentlichen Verkehrsmittel ordentlich gesponsert haben. Auf den Tafeln, die über jedem Fahrkartenautomaten hängen, haben wir uns den Ticketpreis herausgesucht und beim Umsteigen auf eine andere Linie haben wir natürlich eine neue Karte gekauft. Statt einer Fortsetzungskarte, die es zu einem wesentlich günstigeren Preis gibt. Und genauso hätten wir das Ticketkaufen sicherlich Tag für Tag bis zu unserer Abreise weitergeführt. Doch glücklicherweise bucht jetzt die Pasmo-Karte die richtigen und geringeren Beträge selbständig ab.
 

Verkaufsstandl’n-Allee

Bei der Station Asakusa waren schon recht viele Touristen zu sehen. Und auch das ganze Umfeld war augenscheinlich auf Touristen ausgerichtet. Englischsprechende Animateure boten lautstark Fahrten mit der Rikscha an oder hielten uns Speisekarten mit Fotos vor die Nase. Überall waren Menschen zu sehen, die sich in eine Richtung bewegten. Nämlich zur Allee der Verkaufsstände. Sofort hatten wir das Gefühl, uns in Mariazell während einer Wallfahrt zu befinden.
 
Ganz viel Tand
Hier gibt es alles, was das Touristenherz begehrt, also unendlich viel Omiyage. Das sind Souvenirs oder  Mitbringsel. Eine kleine Auswahl des für internationale Touristen dargebotenen Repertoires sind Schlüsselanhänger, Tücher, Geldbörsen, Taschen, Fächer, Schuhe oder auch Samuraischwerter, die wahrscheinlich schon zerbrechen, wenn sie als Wanddekoration befestigt werden und versehentlich runterfallen. Japanische Omiyage sind vor allem essbare Mitbringsel. Und durch die essbaren Kleinigkeiten haben wir uns genüsslich durchgekostet, vor allem durch Mochi (gefüllte Klebereisbällchen) – von uns „Dotschn“ genannt – in allen möglichen Varianten von Bohnenpaste über Kürbis bis hin zu Schweinefleisch.
 

Touristen-Geishas

 In dem ganzen Gewühl gab es fast so viele Fotoapparate wie Touristen zu sehen. Und eine ganze Reihe von Geishas. Wie sich herausstellte, sind das keine Geishas, sondern asiatische Touristinnen, die sich in speziellen Geschäften mit Kimono und Obi als Geisha einkleiden lassen. Sie mieten quasi dieses Kostüm für ein paar Stunden und ziehen dann mit der Kamera herum, um sich überall in diesem Aufzug fotografieren zu lassen. Ich habe mir ja auch überlegt, so ein Kostüm auszuborgen. Allerdings wird es wohl an den Schuhen scheitern. Die Getas, also die Holzsandalen, gibt es nirgendwo in Größe 42. Also laufe ich weiterhin mit Jeans und Sneakers herum, bis sich „barfuß“ bei Geishas etabliert hat.
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