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Aussicht auf den Vulkan Krakatau

Wochenende, also sollte ich einfach nur relaxen. Und das habe ich, so weit das möglich ist, auch getan.
Die Voraussetzungen, nettes Hotel, wo ich vor meinem Zimmer ur gemütlich am Balkon sitzen kann, und natürlich Meer, Strand und warmes Wetter. Selbst der kurze Regenschauer gestern vormittags und der heftige Regen heute den ganzen Vormittag über, sind sehr nett, weil ich einfach am Meer auf einem Pondok sitze und dem Regen zuschauen kann.
Jetzt hatte ich endlich auch einmal ganz viel Zeit zum Bücher lesen und konnte den Reiseführer für 2 Tage zur Seite legen.

Natürlich gehören zum Meer auch diese ausgedehnten Strandspaziergänge, wo ich am Strand genau in dem Streifen gehe, wo das Wasser sanft, manchmal auch eine Spur heftiger, die Fußabdrücke im Sand gleich wieder wegspült.

Toll wäre es, wenn ich das alles in Ruhe genießen kann. Was mir leider nicht immer vergönnt ist. Denn über kurz oder lang taucht immer jemand auf, der mir eine Fahrt mit einer Nußschale zum der Insel vorgelagerten Vulkan Krakatau anbietet. Wenn ich ablehne, dann stehen noch Jetski oder Bananabootfahrten zur Auswahl. Dann geht es meist weiter mit Alternativen angeboten wie Massagen oder Tatoos. Und schließlich folgen dann die Gespräche, von wo ich komme, ob ich indonesisch spreche, ob ich alleine da bin, ob ich verheiratet bin, ob ich Kinder habe, ob ich geschäftlich oder urlaubsmäßig in Indonesien bin und wie ich heiße. Anschließend gibt es dann noch die Bewunderung für die helle Haut und die hellen Haare. Und wie das Amen im Gebet kommt die Frage nach einem Foto. Ich weiß nicht, auf wie vielen Facebook-Seiten von Indonesiern inzwischen mein  Konterfei zu sehen ist, denn auch viele, die keine Gespräche mit mir führen, fragen einfach nur nach einem Foto mit mir. Darüber, dass man ein Foto mit einer Europäerin habe möchte, habe ich auch schon bei meinen vorhergehenden Asien-Reisen immer schmunzeln müssen.

Interessant ist auch die unterschiedliche Auffassung davon, ob hier viel los ist oder nicht. Da Wochenende ist, kommen hier nicht Familien, sondern gleich ganze Clans an, und machen Wochenendurlaub. Da geht es natürlich rund, ist immer etwas los, offenbar habe alle viel Spaß, essen und spielen gemeinsam und – was mir dabei besonders gut gefällt – es ist hier niemand alleine. Eigentlich könnte das für uns ein bisschen Vorbildwirkung haben.

Langsam gewöhne ich mich auch daran, dass ich hier die Außerirdische bin, die alle anschauen. Unsicher bin ich mir nur oft, ob ich auf die Gespräche einsteigen soll. So eine Plauderei mit Kindern ist immer total süß, weil sie einfach nur ihr Englisch, das sie hier alle in der Schule lernen, üben wollen. Bei den Erwachsenen ist es allerdings ganz oft so, dass sie ihre Verkaufsgespräche beginnen.
Gestern ging ich dann vom Strand wieder zum Hotel zurück und hatte das Gefühl, jemand würde meinen Namen rufen. Es war dann auch so. Der Tourguide, der hier in meinem Hotel arbeitet und mir gleich bei der Ankunft eine Krakatautour andrehen wollte, hat mich doch tatsächlich über eine Wiese hinweg gerufen. Als ich dann doch stehen blieb, hat er mich zu seinem Verkaufsstand eingeladen und mir einfach einen Tee spendiert. Das fand ich wieder sehr nett. Allerdings hatte ich ein komisches Gefühl, als er mir seine 22-jährige Frau mit seiner 6-monatigen Tochter vorstellte. Er selbst könnte locker der Großvater des Kindes sein. Er berichtete dann auch, dass seine erste Frau verstorben und das seine zweite ist. Schaut auf jeden Fall nicht nach einer Liebesheirat aus. Mir tut das junge Mädel leid!!! Da fällt es mir echt schwer, andere Kultur, andere Sitten, zu akzeptieren.
Was ich allerdings schon akzeptiert habe, ist die Tatsache, dass hier keiner Badebekleidung trägt. Die Indonesier gehen zwar ins Meer, allerdings alle mit normalen Gewand. Deshalb habe ich mich mit baden hier auch zurückgehalten.

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