BaganMyanmar

Ballonfahrt über Bagan

Heute war bereits der dritte Tag, an dem wir um 4.30 Uhr mit der Hoffnung auf eine Ballonfahrt über das Pagodenfeld von Bagan aufgestanden sind. Wie schon die Tage davor, sah das Wetter für uns flugtauglich aus. Als uns der Rezeptionist sagte, er hätte keine Absage für uns, waren wir dem Abenteuer Ballon schon viel näher. Ein paar Minuten später erfuhren wir aber, dass die beiden anderen Ballonbetreiber von Bagan ihren Teilnehmern bereits abgesagt hatten. Also war wieder alles offen und wir sehr skeptisch. Denn beim Buchen wird als allererstes betont, dass gerade im Oktober zu Ballon-Saisonstart aus wettertechnischen Gründen erst kurz vor dem möglichen Start fix entschieden wird, ob die Ballonfahrt durchgeführt wird. 
 

Gedeckter Frühstückstisch im Feld

Nachdem der Van – inklusive uns – acht Passagiere eingesammelt hatte, trafen wir auf dem Feld südlich von Neu-Bagan ein, wo der Start stattfinden sollte. Perfekt organisiert, ganz mit britischem Charme, standen sechs Tische mitten in den Feldern. Sie waren mit Tischtüchern und Tassen gedeckt, wir wurden zu den Tischen gebeten und sofort nach Tee- bzw. Kaffeewunsch befragt. Während des kurzen Frühstücks stellte sich uns unser Pilot Ravi vor. Er kündigte uns das Briefing an und teilte uns mit, dass die sechs Piloten nach dem Briefing gemeinsam über Start oder Absage entscheiden.
 
Die sechs Körbe, von denen jeder acht Personen fasst, waren schon aufgestellt, die Gasbrenner hatten ihren ersten Check hinter sich und die Ballons lagen ausgebreitet am Boden. Unglaublich wie riesengroß so ein Ballon ist. Da unserer am weitesten vom Frühstückstisch weg vorbereitet war, wurden wir sogar mit dem Van zum Ballon chauffiert und brauchten nicht laufen.
 
So gut wie alle Piloten, die hier in Bagan fliegen sind Engländer. Also erklärte uns Ravi in bestem britischen Englisch wie wir in den Ballon einsteigen und vor allem, wie wir uns bei der Landung positionieren mussten. Dann beratschlagte er sich mit den anderen Piloten während wir aufgeregt warteten und bangten – wie nach einer Prüfung vor der Verkündung des Ergebnisses.
 

Ballons startklar machen

Nach fünf Minuten starteten im selben Augenblick alle sechs Crews die Ventilatoren und in diesem Augenblick wussten wir, dass wir fliegen werden. Große Erleichterung und sehr, sehr große Freude war bei allen zu spüren. 
 
Die sechs top eingespielten Teams haben dann die Ballons aufgeblasen und recht bald konnten wir in die Körbe auf die uns zugewiesenen Plätze einsteigen. Man muss sagen, es ist da drinnen sehr, sehr eng. Man kann quasi nicht umfallen. Und überraschenderweise ist es recht heiß, weil die Heißluft sehr stark abstrahlt. Der Pilot befeuert den Ballon regelmäßig um die Höhe zu steuern. Außerdem kann er den Ballon drehen. Den Rest bestimmt der Wind.
 

Über Bagan gleiten

Jedenfalls ging alles ganz schnell. Plötzlich schwebten wir schon in der Luft. Es ist ein völlig unbekanntes und fast unwirkliches Gefühl. Für mich war es wie tauchen in er Luft. Ganz friedlich und entspannt. Der Ballon gleitet ganz leise und ruhig vor sich hin. Wären da nicht immer wieder die Heißluftstöße, die Ravi in den Ballon feuerte, wäre es ganz still gewesen. Ein echt faszinierendes Gefühl. Und natürlich ein genialer Blick über das Land. Nach 45 Minuten und 5 km sind wir dann ebenso sanft und ruhig gelandet. Natürlich ist der Flug viel zu schnell vergangen. Gefühlt waren es nur 15 Minuten.
 
Leider kann seit ein paar Jahren nicht mehr ganz nahe an die Pagoden heran geflogen werden und ein paar tolle Fotomotive fehlen ein kleines bissen. Denn Bagan muss zahlreiche Auflagen erfüllen, um den Status als UNESCO Weltkulturerbe behalten zu können. Dazu zählt das Verbot tief über das Pagodenfeld zu fliegen oder dort zu landen. Trotzdem hatten wir tolle Ausblicke auf das Pagodenfeld.
 

Champagner zum Abschluss

Sofort stand wieder das perfekt organisierte Team bereit. Und zwar fuhr jedes mitten im Feld genau dahin, wo sein Ballon landete. Die Jungs hielten den Ballon fest, wir stiegen aus und erhielten kühle Handtücher zur Erfrischung. Orangensaft und frisches Obst wurden uns sofort serviert und Hocker standen für uns bereit. Ravi ließ dann noch den Korken der Champagnerflasche knallen, wir tranken auf die erfolgreiche Ballonfahrt und er erzählte uns, was hinter der Tradition des Champagner trinken steckt: In früheren Zeit, als Ballons noch unbekannt waren, erklärten die Ballonfahrer nach ihrer Landung den Leuten, dass sie keine Außerirdischen sind, sondern vom König kamen. Mit der Champanerflaschen-Etikette, auf der der König abgebildet war, konnten sie das dann beweisen.
 
Zum Abschluss gab es noch ein Zertifikat. Warum man das bekommt, habe ich nicht verstanden. Denn zu dem erfolgreichen Flug habe ich aktiv nichts beigetragen. Deshalb vermute ich, dass es ein Touristengag ist. 
 
Mein Resümee: das zeitige Aufstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich würde es jederzeit wieder machen und kann jetzt gut verstehen, warum Menschen vom Ballonfahren so begeistert sind. Mit einer Kulisse wie Bagan, dem großartigen Service und der perfekten Organisation von Oriental Ballooning zahlt sich das 400 US$ Vergnügen auf jeden Fall aus.
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4 Gedanken zu „Ballonfahrt über Bagan

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