BaganMyanmar

Goldene Shwezigon in der Internetwüste Bagan

Die Silbe „Shwe“ bedeutet „Gold“. Myanmar ist reich an diesem Bodenschatz und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass für so viele Bauwerke, Stupas, Pagoden und Buddhas echtes Gold oder zumindest Blattgold verwendet wird. Also beinhaltet der Name zahlreicher Pagoden die Silbe „Shwe“. 
 

Shwezigon Pagode

So auch die Shwezigon Pagode. Aus religiöser Sicht ist sie die wichtigste Pagode in Bagan. Als ich vor der großartigen Stupa stand, war ich einfach überwältigt. Denn da stand eine riesengroße goldene Stupa, die sich perfekt vom strahlend blauen Himmel abhebt. 
 
Gerade als wir die Pagode besichtigten, wurden die Donation Boxes entleert. Was zuerst wie ein großer Menschenauflauf aussah, war einfach eine Gruppe von mindestens zehn Männern, die mit Säcken von einer Spendenbox zur anderen gingen und dort die Scheine wild wie bei einem Banküberfall in einen Sack stopften. 
 
Auf jeden Fall war nach der Ballonfahrt in der Früh die Shwezigon Pagode das nächste Highlight unseres letzten Tages in Bagan. Bagan ist, ganz im Gegensatz zur zweitgrößten Stadt Mandalay wo wir vorher waren, ein echtes Dorf, das sich inzwischen voll dem Tourismus verschrieben hat. Der Region hilft es sehr, dass das Pagodenfeld von Bagan inzwischen zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Allerdings bedeutet das auch gewissen Einschränkungen. Beispielsweise darf nicht mehr einfach auf jede Pagode hinauf geklettert werden. Deshalb suchen sich jeden Morgen vor Sonnenaufgang und abends vor Sonnenuntergang mehr oder weniger Touristen bei jenen Bauwerken, die zum Klettern freigegeben sind, einen guten Aussichtsplatz. Je nach Höhenangst und Zeitpunkt des Eintreffens höher oder tiefer.
 

Vereitelter Sonnenuntergang

An unserem letzten Tag hatten wir klaren Himmel. Also rechneten wir noch mit einem perfekten Sonnenuntergang und suchten uns dazu den Shwe Leik Too Tempel aus. Doch leider schob sich eine Wolkenbank genau vor den Bereich wo die Sonne untergeht. Das tat dem Ausblick auf das Pagodenfeld im Abendlicht keinen Abbruch und wir konnten noch ein paar schöne Fotos schießen bevor mit unseren E-Rollern wieder heim fuhren.
 

Verkehr in Bagan

Apropos E-Roller und Verkehr. Wie schon in Mandalay funktioniert der Verkehr auch in Bagan so gut wie ohne Verkehrstafeln, Ampeln, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder sonstige Auflagen. Es braucht auch keiner Helm oder Warnweste. Und allen, die bei uns in Europa meinen, dass E-Fahrzeuge künstliche Geräusche brauchen, sei ein Besuch in Bagan ans Herz gelegt. Wahrscheinlich die Hälfte der Verkehrsmittel sind geräuschlose E-Roller und es passiert hier gar nichts. Kein Verkehrsunfall und nicht einmal brenzlige Situationen haben wir erlebt. Die Straßenteilnehmer sind einfach aufmerksam und nehmen aufeinander Rücksicht. Das ist sicher der schlauere Weg als tausend Vorschriften und Schilder. Es ist eben ein Zusammenspiel. Mit Betonung auf zusammen. Hier ist Straßenverkehr kein Wettkampf sondern eine Sache, die man am besten gemeinsam meistert.
 

Internetwüste

Das einzige was für mich persönlich eine kleine Katastrophe war, ist das Internet. Es ist so unterrirdisch schlecht in Bagan, dass ich schon eine echte Krise hatte. Unser Hotel, das Royal Bagan hat sogar vor jeder Zimmertüre einen Verstärker montiert. Trotzdem hat das nicht geholfen. Da wir darauf vorbereitet waren, haben wir bereits bei der Einreise in Myanmar zwei Daten-SIM-Karten besorgt. Doch auch die funktionierten kaum.
 
Erschreckend war es allerdings, als ich beim ATM abheben wollte, aber der Vorgang vom Automaten abgebrochen wurde, weil auch der keine Internetverbindung zu Stande brachte. Das führte uns vor Augen, wie sehr wir von der Technik abhängig bzw. ausgeliefert sind. Glücklicherweise habe ich alle relevanten Daten und Informationen auch offline abgespeichert. Aber unangenehm ist es trotzdem, wenn ich tagelang kaum ein paar Minuten ins Netz eintauchen oder Posts und Fotos auf meinen Blog hochladen kann. Doch noch schlimmer, wenn man kein Geld abheben kann.
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2 Gedanken zu „Goldene Shwezigon in der Internetwüste Bagan

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