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Der Hauptbahnhof – ein Spiegel gegensätzlicher Welten

Taipei Main Station, also der Hauptbahnhof von Taipei, ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Dort treffen nicht nur wichtige öffentliche Verkehrsmittel aufeinander, sondern finden auch zahlreiche Epochen bzw. Lebensstile zueinander.

Mein erster Eindruck, als wir vor dem riesigen Bahnhofsgebäude gestanden sind: Das ist ein typischer chinesischer Kommunismus-Bau. Als wir die Bahnhofshalle betreten haben, sah ich am Bauwerk selbst noch immer diesen Stil. Doch die Menschen, die sich dort bewegen, sehen überhaupt nicht nach kommunistischer Einheitstracht aus. Im Gegenteil. Legere, modische Kleidung oder typische Accessoires junger Menschen wie Smartphones und Selfie-Sticks sind allgegenwärtig.

Sichtbare eigene Identität

Da fragt mach sich, warum begegnet man so gegensätzlichen Stilen an einem Ort? Es sieht so aus, als würden die Dinge, die schon da sind und noch brauchbar sind – wie beispielsweise Gebäude – weiterhin ihre Daseinsberechtigung haben. Es muss offenbar nicht alles aus Prinzip erneuert werden. Gleichzeitig werden moderne, fortschrittliche, nützliche und sinnvolle Dinge einfach integriert. Dazu zählen natürlich auch moderne Technik und Telekommunikation, aber auch der Umweltgedanke spielt hier eine erstaunlich große Rolle.

Zudem ist uns in Taipei schon mehrmals aufgefallen, dass sehr oft nur chinesische und keine englischen Beschriftungen verwendet werden. Und bis auf ein paar Ausnahmen wie Starbucks oder 7Eleven gibt es nur lokale Geschäfte, Restaurants und Marken.

Mich beeindruckt es, dass die Taiwaner ihre eigene Identität haben und sich offenbar nicht von der Globalisierung überfahren lassen. Nützliches integrieren und unnötiges bleiben lassen, scheint hier in Taiwan die sinnvolle Devise zu sein.

Picknick in der Bahnhofshalle

Höchst interessant war, dass in der ganzen Bahnhofshalle Gruppen am Boden herum gesessen sind. In anderen asiatischen Ländern habe ich das auch schon öfter gesehen. Sie sitzen dann dort und warten auf den Zug. Doch hier warteten sie nicht, sondern trafen sich quasi zum Picknick. Warum sie das tun, haben wir nicht heraus gefunden. Da es Sonntag war und nach unbeständigem Wetter aussah, gehen wir davon aus, dass sie sich sonst im Freien getroffen hätten und jetzt als alternative die überdachte Bahnhofshalle für diesen Zweck nutzten.

Vom Bahnhof sind wir dann weiter spaziert und haben auch hier immer wieder diese verschiedenen Elemente gesehen. Da gibt es eine Ecke wo die Indonesier zusammen sitzen und kochen. Mindestens 50 gelbe Taxis stehen an und warten entspannt und geduldig auf Fahrgäste. Eine Gedenkstätte für den japanischen Gründer von Taipei. Überwachungskameras mitten auf der Straße. Leihfahrräder für den umweltfreundlichen Verkehr. Unendlich viele Motorroller auf der Straße und sorgfältig am Straßenrand geparkt. Kleine Einzelhandelsgeschäfte. Garküchen am Straßenrand. Top-U-Bahn-System …. es gibt noch unendlich viele Beispiele für die Melange an verschiedensten Lebensstilen.

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