Die wahren Jedi-Ritter

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In Japan gibt es eine Gruppe von Leuten, die wir einfach die „Wachler“ nennen. Das sind Menschen, die für die Sicherheit an allen möglichen und unmöglichen Stellen sowie in unvorstellbaren Situationen eingesetzt werden. Sie sind daran zu erkennen, dass sie Bekleidung anhaben, die wie eine Uniform aussieht und manchmal mit einer gelben Warnweste oder nur mit einem Warnwestengurt ausgerüstet sind. Aber das wichtigste Teil ist das Laserschwert. Natürlich ist es kein echtes Laserschwert, aber es sieht für mich genauso aus wie diese Dinger aus Space Balls. Für Buben sieht es wahrscheinlich mehr wie die Schwerter aus Krieg der Sterne aus. Deshalb heißen sie für uns auch Jedi-Ritter.

Egal ob Baustelle, Parkplatzausfahrt und Parkplatzeinfahrt, Garagenausfahrt und Einfahrt und Straßenkreuzung. Sie sorgen dafür, dass der Menschenfluss, der Autoverkehr oder beides in Kombination reibungslos funktionieren und in jeder Situation alles ganz sicher ist.

Natürlich ist dafür einer oft gar nicht genug. Deshalb stehen immer wieder einmal bei einer Baustelle mehr Wachler herum, die die Baustelle sichern, als Bauarbeiter am Werk sind. Sicherheit ist natürlich eine gute Sache. Trotzdem ist es witzig, wenn eh schon die ganze Baustelle so abgegrenzt ist, dass man nicht einmal mehr in die Nähe kommt, aber trotzdem noch gesichert wird. Manchmal hatten wir den Eindruck das ist eine Beschäftigungstherapie für ältere Japaner. Zumindest hatten wir nie junge Japaner so einen Job machen gesehen.
So richtig spielt es sich bei Garageneinfahrten und Ausfahrten ab. Wenn Autos über den Gehsteig müssen, dann ist höchste Sicherheitsstufe geboten. Schön ist es zu sehen, dass auch jeder die Wachler respektiert und alle Anweisungen befolgt. So kommen sich Autos und Fußgänger nicht in die Quere und auch gar nicht in die Situation miteinander einen Kampf auszutragen zu können. Vielleicht ist das auch die Strategie dahinter. Lass die zwei Gegensätze einfach nicht aneinander stoßen. Dann kann auch nichts passieren. Obwohl ja das Gemüt der Japaner wahrscheinlich sowieso nie einen Kampf zwischen Fußgänger und Auto anzetteln würde.

Die größte Ausprägung sind die Wachler-Balletts an großen Kreuzungen. Da haben wir schon gute 15 Jedi-Ritter zur gleichen Zeit in Action gesehen. Um das erfassen zu können, sind wir etliche Ampelphasen gestanden und haben beobachtet, wer welche Aufgabe hat. Das ist in Wirklichkeit noch viel besser als dieser Film.

Natürlich gibt es auch das entsprechende Sicherheitspersonal nicht nur auf der Straße, sondern auch in Gebäuden. Beispielsweise bei Aufzügen. Vor dem Aufzug wird der Menschenschlange – auch wenn sie nur aus einer Handvoll Leuten besteht – freundlich der Weg gewiesen. Sonst verlauft man sich vielleicht noch bis zur Aufzugtür, die 5 Meter entfernt ist. Jedenfalls muss dann einer vor der Türe stehen bleiben und einer mitfahren, um den Knopf des Stockwerkes zu drücken und beim Aussteigen den Weg aus der Aufzugkabine durch die Tür zu weisen. Und vor dem Lift steht natürlich wieder ein Wachler.

 

Vor dem berühmten Kaufhaus Isetan haben wir gesehen, wie Kunden ins Taxi geholfen wird. Als erstes werden natürlich die Sackerln abgenommen, gleichzeitig wird eines der wartenden Taxis heran gewinkt, dann der Gast ins Auto geleitet und abschließend die Sackerln ins Auto gelegt. Damit das reibungslos funktioniert, braucht es 3 von den Jedi-Rittern.

Das beste an all diesen Wachlern ist, dass sie nicht nur freundlich schauen, sondern auch freundlich reden. Und zwar immer. Sie begrüßen, bedanken sich, dass man ein- oder aussteigt, wartet, wenn sie es anzeigen, ein- oder ausfährt. Egal ob im Gebäude oder auf der Straße, die Jedi-Ritter nicken ständig freundlich und machen echt gute Laune!

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