Eine Stadt wo früher Ölplantagen standen: Putrajaya

IMG_5473Auf der Dachterrasse des Hostels, auf der ich jetzt auch gerade wieder sitze um Fotos zu sortieren und Blog zu schreiben, hatte ich heute ein kurzes Frühstück. Wie in jedem Hostel gibt es neben Kaffee und Tee, nur Toast mit Butter und künstlich schmeckender Marmelade, die ich natürlich weg lasse. Aber selbst als Frühstücksverweigerer geht so ein Häppchen zu normalen Zeiten schon.

Mein heutiger Plan war Putrajaya, eine 1995 gegründete Planstadt, die Malaysias Verwaltungszentrum ist bzw. sein wird. Wikipedia und mein Reiseführer machten mir klar, dass es das 50 km2 zu weitläufig ist, um es zu Fuß zu erkunden. Und außer einen Bus, der zwar extrem billig aber höchstens jede halbe Stunde fährt, kann man nur gut mit eigenem Fahrzeug weiter kommen. Die Monorailbahn, die unterirdisch verläuft, ist zwar schon fertig gestellt, aber noch nicht im Betrieb, weil die rund 90.000 Einwohner, statt der geplanten 300.000 Einwohner zu wenig sind, um die Bahn auszulasten.

Ich finde es ja genial, dass im Gegensatz zu Wien, wo zuerst neue Siedlungsgebiete und erst nachher öffentlicher Verkehr gebaut wird, schon vorab unterirdisch alles da ist. Nur schade, dass es nicht genutzt wird. Und besser wird es davon auch nicht.

Als ich mit dem Zug, der von KL zum Flughafen fährt, in Putrajaya ankam, fand ich gleich einen Infoschalter, der eine Bustour mit den Highlights anbietet. Und da heute Samstag ist, fand die Tour auch statt. Der Preis von 1 RM, der nicht ganz 25 Eurocent entspricht, ist auch entfallen, weil gerade irgendeine Promotion läuft. Genial, oder? Nach einer halben Stunde saß ich dann mit rund 20 anderen Touristen wie Vietnamesen, Inder, Franzosen, Malayen und eine Menge Chinesen im Bus. Und nach der gestrigen Herumrennerei war das eine perfekte Entscheidung. Unser Guide Vella war ausgesprochen informativ, bemüht und witzig!

Sofort erinnerte mich Putrajaya (Putra = Prinz, Jaya = Erfolg) an Brunei. Genauso sauber, gestylt und ohne Verkehr. Einige Teile der Stadt sind schon komplett fertig gestellt und in Betrieb. Als erstes Gebäude stand die Moschee. Eine von 2. In anderen Teilen wird noch fleißig gewerkt. Jedenfalls soll 2015 alles fertig sein und auch mehr Leute dort wohnen. Mal sehen, ob der Plan der Planstadt auch wirklich aufgeht 😉

Trotzdem die Stadt künstlich angelegt ist, sogar der See ist künstlich, ist sie recht hübsch, viele Uferpromenaden, 13 Parks. Und obwohl die Straßen, bis auf die großen Hauptachsen, nur Nummern und keine Namen haben, sind sie nicht einfach kreuz und quer sondern geschwungen und gebogen angelegt. Der Präsidentenpalast liegt natürlich am Hügel, am höchsten Punkt mit der besten Aussicht. Es gibt genau 2 Hotels das 5-Stern Shangri La und das 6-Stern Pullman. Übernachtet habe ich deshalb dort nicht. Und auch deshalb nicht, weil es eine recht ausgestorbene Stadt ist. Essen kann man dort nur in einem der 19 Foodoutlets. Das ist der Nachteil einer nicht natürlich gewachsenen Stadt.

Alles in allem scheint sie eine gute Lebensqualität zu bieten und ist optisch auch sehr sehenswert!

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