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It’s time to say Good Bye Pangandaran

Von Pangandaran nehme ich sehr viel und vor allem gute Eindrücke mit. Aber auch sehr berührende Momente habe ich erlebt. 2006 wurde Pangandaran von einem Tsunami heimgesucht, der in den Medien zwar nicht so viel Aufsehen erregte, wie der aus 2004, doch die Menschen hier sind mit ihren persönlichen Schicksalen natürlich betroffen. Ein Pangandaraner hat einen halben Abend vom Tsunami geschildert und eindruckvoll beschrieben, wie er einfach nur gelaufen ist, obwohl er sonst nie läuft. Was ich gerne glaube, weil hier alle mit irgendeingem Gefährt unterwegs sind. Der traurigste Teil der Erzählungen war die Beschreibung, dass sie den Toten den schwarzen Sand aus dem Gesicht abwischen mussten, um herauszufinden, um wem es sich handelt. Wen hier keiner gekannt hat, der kam ins Massengrab. Also ganz anders, als die österreichischen und sonstigen Behörden beim 2004er-Unglück mittels DNA-Tests die Identitäten rauszufinden versucht haben. Das ist hier offenbar nicht üblich. Und auch die finanziellen Zuwendungen sind hier in den Taschen der Verwaltung, anstatt bei den Einwohnern gelandet. Und gerade deshalb bewundere ich die positive Einstellung, die hier alle haben. Alle blicken vorwärts, sind frohen Mutes und leben weiter!

Und sie wissen es auch zu schätzen, dass sie in einer wirklich schönen Ecke des Landes wohnen. Ich habe mich jedenfalls in Pangandaran verliebt und bin wohl nicht die erste. Mit ging es so wie vielen Reisenden, die auf 2,3 Tage vorbei schauen wollen und dann viel länger bleiben.
Pangandaran ist auch sehr entspannt. Die Leute sind gut drauf, sehr viele sprechen Englisch, ein paar präsentieren sogar ihren in Deutsch einstudierten Sätze. Und sie sind alle in Plauderlaune. Egal ob ich gerade gelesen oder Nachrichten geschrieben habe, das wird einfach ignoriert und man wird schon in ein Gespräch verwickelt.
Der Ort selbst ist auch recht hübsch, da er nicht nur traumhafte Landschaft zu bieten hat, sondern auch relativ aufgeräumt ist. Zumindest kehren sie regelmäßig den Müll zusammen und verbrennen ihn an Ort und stelle.
Dann gibt es hier noch tolle Sonnenuntergänge zu denen sich der Strand auch immer mit vielen Leuten füllt, die alle die Abendstimmung genießen und Fotos machen.
Der Verkehr ist – außer am Sonntag, wo man quasi nicht weiterkommt – auch recht entspannt. Es wimmelt hier vor allem vor Mopedfahrern. Ein Surflehrer hat mich mal mit seinem Moped zum Naturschutzgebiet mitgenommen. Da wird nicht lange gefackelt. Einfach mit Rock hinten drauf und los gehts. Helm hat hier sowieso keiner.
Und hilfsbereit sind sie auch alle. Als ich mit Karo unterwegs war, ist das Auto im Graben gelandet. Also mit einem Reifen sind wir abgestürzt. Schon bevor wir zur Polizeistelle, die genau 150 m weit weg war gegangen sind, sind plötzlich ein ganzer Rudel an Polizisten aufgetaucht und haben das Auto einfach aus dem Graben rausgehoben. Wirklich genial.

Außerdem habe ich endlich herausgefunden, wie die Wäschereien es schaffen, mir immer die richtige Wäsche zurückzugeben. Zumindest gehe ich davon aus, dass es die anderen ähnlich machen. Ich habe nämlich im letzten Wäschepaket meine Unterhosen mit eingenähten Susanne-Schildchen gefunden. Schaut irgendwie so aus, wie die beschriftete Wäsche, als ich als Kind auf Erholung gefahren bin.

Zu Pangandaran sage ich jetzt nicht Good Bye, sondern Aufwiedersehen und mache mich morgen auf den Weg nach Yogyakarta. Da konnte ich im letzten Moment noch eine Zimmerreservierung ergattern, weil jetzt zwischen Weihnachten und Neujahr Ferien sind und offensichlich alle Indonesier Urlaub machen.

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