Leichte Wanderung zum dreistöckigen Khamsum Yulley Namgyal

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Auf einem kleinen Hügel in Punakha steht der dreistöckige Tempel Khamsum Yulley Namgyal. Die Königin Mutter hat ihn für ihren Sohn Jigme Khesar Namgyel Wangchuck bauen lassen, damit er ein gute Regierungszeit hat. Rund eine dreiviertel Stunde gingen wir vom Flussufer des Puna Tsang Chhu bis wir beim Tempel angekommen waren. Also eine leichte Wanderung, auf der wir sogar eine Österreicherin getroffen haben. Trifft man hier im Westen Bhutans andere Touristen, verabschiedet man sich mit „bis später“, weil man sich ziemlich sicher bei der nächsten Sehenswürdigkeit oder im nächsten Hotel wieder trifft. 
 
Vor dem Eingang zum dreistöckigen Tempel hatte gerade eine Gruppe von Arbeitern Laub verbrannt. Mitten im Wald, was offenbar nur wir übervorsichtigen Europäer ein bisschen bedenklich fanden. Wobei ein bisschen Vorsicht wahrscheinlich nicht schaden würde, da beispielsweise in Trashigang vergangenen Winter ein ganzer Wald niedergebrannt ist.
 

Tempel mit Dachterrasse

Der relativ kleine Tempel ist wieder sehr bunt gestaltet und auf den drei Ebenen, die durch eine sehr schmale, steile Holztreppe verbunden sind, sind unendlich viele Figuren und Darstellungen zu sehen. Diesmal haben wir eine Gebetsmühle mit anderer Antriebsart gesehen. Da sie sich durch die Wärme der Flamme einer Butterlampe dreht, hat sie Andreas thermodynamische Karmamaschine getrauft. Zum Abschluss konnten wir noch auf das Dach des Tempels gehen, von wo man sehr weit in beide Richtungen des Punakha-Tals blicken kann.
 
Beim anschließenden Toilettengang konnten wir wieder ein Stück Tourismus erkennen. Die erste Toilette, für die wir zahlen mussten. 
 

Spaziergang durch die Felder

Als wir wieder am Fuß des Hügels waren, sind wir weiter durch die Felder und entlang des Flusses gewandert. Das war extrem schön und angenehm. Wir sind auf den schmalen Streifen der Feldbegrenzungen im Gänsemarsch dahin gewandert. Auf unserem Weg haben wir einen interessanten Bogenschießplatz gesehen. Er bestand aus zwei Plätzen, die 145 Meter voneinander entfernt auf gleicher Höhe liegen. Aber dazwischen lagen in einer leichten Senke zwei Felder und ein Glashaus.
 
Am Ende des Weges haben wir dann auf einer mit Piniennadeln bestreuten Waldlichtung neben dem Fluss einen schön gedeckten Tisch gesehen, der noch auf die Gäste aus dem nahe gelegenen Luxusresort wartete. Weiters standen drei Angestellte bereit, die schon Wein, Essen, den Smoker und sogar ein zwischen den Bäumen aus Planen gebautes Toilettenhäuschen vorbereitet hatten. Einerseits hat das ziemlich edel ausgesehen, andererseits kommt es mir auch ein bisschen dekadent vor. Aber wir könnten uns schon vorstellen, dass das sehr gemütlich ist.
 

Aufwendiger Hausbau

Wir sind nach dem Überqueren einer Hängebrücke wieder in unser Auto eingestiegen um nach Khuruthang zu fahren. Am Weg dorthin haben wir kurz bei einer Baustelle Halt gemacht, um zu sehen, wie hier noch traditionelle Häuser gebaut werden. Während Fenster, Türen und Balken aus geschnitztem Holz sind, wird für die Mauern in eine Verschalung Lehm eingebracht und dann händisch gestampft. Das sieht unvorstellbar anstrengend aus. Mich würde interessieren, wie lange es dauert, bis ein Haus mit dieser Bauweise fertig gestellt ist.
 
Das Mittagessen hat in einem Restaurant stattgefunden, das wie ein billiges Chinarestaurant aussah. Es gab natürlich wieder ein Buffet, eine Menge anderer Touristen aßen auch dort und die Guides und Fahrer saßen in einer Ecke zusammen und holten sich ihr Essen direkt aus der Küche. Irgendwie ist das eigenartig. Ich vermisse die gemütlichen leckeren Mittagessen aus Ost- und Zentralbhutan.
 

Regenbogen überm Dzong

Anschließend wollten wir noch in ein neu eröffnetes Kaffeehaus gehen, das leider geschlossen hatte. Daher fuhren wir in unser Hotel und tranken dort mit Blick auf den Dzong einen guten Cappucino. Nach einem kurzen Regen mit Donner erstrahlte plötzlich ein Regenboden direkt über den Dzong von Punakha. Ein wirklich malerischer Ausblick und eine schöne Einladung für das hübsche Bauwerk, das wir gleich besichtigen wollten. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass mein Zoom-Objektiv jetzt leider defekt ist.
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5 Responses so far.

  1. Lilly sagt:

    wow, sehr schöne Fotos ! noch super eingefangen den Regenbogen. Der Tempel und rundherum die Bäume in der Anhöhe schaut fantastisch aus!
    Mühsamer Hausbau, die armen.
    lg Lilly

    • Sue sagt:

      Der Regenbogen war natürlich viel, viel schöner zum Ansehen. Am Foto kann man das gar nicht so gut einfangen.

      Stelle dir mal vor, die hätten unsere Häuser so gebaut. Dann wären sie zwar nicht so rasch fertig gewesen, aber vielleicht besser gebaut. ;-)

  2. Doris sagt:

    Oh nein! Hat dein Teleobjektiv die Höhenluft nicht vertragen? Aber besser erst jetzt als schon zu Beginn der Reise! Trotzdem sind die Bilder wunderschön!!!!
    liebe Grüße Doris

    • Maulwurf sagt:

      Schade war nur, dass für die Bilder des Himalayas das Teleobjektiv nicht so wollte wie es hätte sollen.

    • Sue sagt:

      Leider, habe ich gar keine Ahnung, warum das Teile eingegangen ist. Es ist gerade mal ein Jahr alt.
      Und zum Glück hatte ich noch zwei weitere Objektive mit. Die können das Tele zwar nicht ersetzen, aber wenigstens war ich nicht ganz ohne Kamera.

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