Schönster und bedeutendster Dzong in Punakha

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Punakha ist die alte Hauptstadt Bhutans. Erst in der Mitte der 1950er-Jahre wurde die Hauptstadt vom dritten König Bhutans nach Thimphu verlegt. Für die alten Bhutaner und vor allem für die Landbevölkerung ist Punakha aber noch immer die „heimliche“ Hauptstadt Bhutans.
 

Prächtiger Dzong

Und Punakha hat daher auch einen Dzong. Nicht den größten, aber den schönsten und bedeutsamsten des Landes. Dass dieser Dzong wirklich prächtig ist, können wir bestätigen. Er liegt malerisch am Zusammenfluss von Mo Chhu und Pho Chhu (Mutter- und Vaterfluss). Das hat leider den negativen Nebeneffekt, dass Hochwasser eine ernsthafte Gefahr für diesen Bau darstellt, was 1994 auch zu erheblichen Beschädigungen führte.
 

Wehrhafter Dzong

Der dreistöckige Haupttempel des Dzong ist ein sehr schönes Beispiel für traditionelle bhutanische Architektur. Tatsächlich erschien uns dieser Dzong wesentlich detaillierter und filigraner verziert als alle bisher besuchten Dzongs. Weiters verfügt dieser Dzong über eine dreiteilige, sehr steile Holztreppe als Zugang zum Dzong. Diese Treppe wurde in der Vergangenheit bei Angriffen, vorwiegend tibetischer Truppen, hinaufgezogen, wodurch ein Eindringen der Truppen verhindert werden konnte. Und tatsächlich wurde dieser Dong zu keiner Zeit von fremden Truppen übernommen.
 

Vereinigung Bhutans

Dieser Dzong wurde Mitte des 17. Jahrhunderts vom Zhabdrung Ngawang Namgyal gegründet. Dieser trägt den Beinamen „der Vereiniger“, weil es ihm gelang die zahlreichen Fürstentümer im Süden des Himalayas erstmals zu einem gemeinsamen Reich namens Bhutan zu vereinigen.
 
Als der Zhabdrung starb, wurde sein Tod für 50 Jahre geheim gehalten, weil man befüchrtete, dass das vereinigte Reich wieder zerfallen würde, was dann auch passierte. Erst 1907 erwies sich einer der Fürsten, der des Wangchuck-Clans aus Trongsa, als so mächtig, dass er eine neuerliche Einigung der Fürstentümer erreichte, sich als König von Bhutan krönen lies und eine Erbmonarchie einführte. Diese Krönung fand natürlich hier im Dzong von Punakha statt. Heute herrscht der 4. Nachfolger – also der 5. König – dieses ersten Königs in Bhutan. Jedoch wird Bhutan, seit 2007, von einem Ober- und Unterhaus, nach britischem Vorbild regiert.
 
Die mumifizierten Überreste des Zhabdrungs werden noch heute in einem separaten Gebäudeteil des Dzongs aufbewahrt und streng bewacht. Nur der König, der oberste Abt von Bhutan, der Lama des Dzongs und dessen Stellvertreter haben Zugang zu diesen Räumen. Angeblich wird der Leichnam des Zhabdrung noch heute vom Lama und seinem Stellvertreter täglich mit Speis und Trank versorgt.
 

Actioncam verboten

Was bei diesem Dzong ebenfalls anders war, sind die Gepäckskontrollen durch die Royal Police of Bhutan, am Eingang zum Dzong. Wir nehmen an, dass dies hauptsächlich darin gründet, dass in diesem Dzong die Mumie des Zhabdrung aufbewahrt wird. Den auch vor diesem, oben erwähnten Gebäude, hielten Polizisten Wache. Und wiedereinmal hatte ich mit meiner kleinen GoPro-Actioncam ganz spezielle Probleme. Zuerst musste ich die GoPro am Checkpoint abgeben. Dann wurde meine kompletter Rucksack gründlich überprüft. Dann wurde mir die Kamera doch wieder zurückgegeben, mit der Auflage, dass ich sie innerhalb des gesamten Dzongs auf keinen Fall verwenden darf. Unser Tourguide hat dann in Erfahrung gebracht, dass GoPros und andere kleine Actioncams deswegen so strikt verboten sind, weil es mit diesen, im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras und Smartphones, möglich sei, versteckt und unbemerkt zu filmen, was im Tempel des Dzongs ja streng verboten ist. 
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4 Responses so far.

  1. Lilly sagt:

    Die ganzen Tempel sind wirklich ein Kunstwerk, muss eine Heidenarbeit gewesen sein bis es fertig erbaut war.
    Der Leichnam wird immer noch mit Essen und Trinken versorgt? Alles braucht nicht verstehen…gg.

    lg Lilly

    • Maulwurf sagt:

      Ja, das war sicher viel Arbeit. Aber in der Vergangenheit hat Arbeitskraft ja nichts gekostet. Der Großteil der Bevölkerung waren ja Leibeigene. Nicht anders als bei uns. Sonst hätten wir ja auch keine Schlösser, Burgen und Klöster solch enormen Ausmaßes.

      Da dieser Zhabdrung einer der höchstverehrten Heiligen des Landes ist, wird dieses Ritual bis heute fortgesetzt. Aber ob sie es tatsächlich tun oder es nur behaupten, kann tatsächlich ja keiner (außer der vier 4 genannten Personen) sagen.

      Liebe Grüße, Andreas

  2. Doris sagt:

    Wunderschön! Und auch wenn schon mehr Touristen zu sehen sind, einen Riesenansturm gibt es noch nicht.
    liebe Grüße Doris

    • Maulwurf sagt:

      Für den Riesenansturm sind wir noch ein zwei Wochen zu früh. Und es war auch ausgesprochen frisch. Ab April würde man hier sehr viel mehr Fremde sehen.

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