JapanTokyo

Odaiba

Endlich ist sie da, die Sonne. Also ein idealer Tag für die Schifffahrt am Sumidagawa Fluss von Akasuka nach Odaiba. Also vom Stadtteil, in dem der älteste Tempel von Tokyo steht zum neuesten Teil Tokyos, der auf dem Reißbrett entworfen und auf einer künstlich aufgeschütteten Insel errichtet wurde. Irgendwie erinnert mich das an andere „künstliche“ Stadtteile, die ich schon gesehen habe und so drängt sich mir der Vergleich mit den anderen neuen künstlichen Stadtvierteln auf. Wobei Dubais Palme und vor allem Malaysias Putrajaya sehen viel künstlicher und futuristischer aus, auch weil dort weniger oder kaum Menschen auf den Straßen zu sehen sind. Die Seestadt Aspern, in der ich noch im Februar herum spaziert bin, hat mich wegen ihrer Enge eher verschreckt, aber eigentlich kann ich sie mir noch nicht ganz vorstellen, weil sie erst am Beginn ihres Entstehens ist. Doch die Singapur Bay hat ein recht ähnliches Flair wie Odaiba.
 

Freiheitsstatue, Oktoberfest & Riesenrad

Eine hübsch angelegte Uferpromenade, Straßen, Wege, Häuser, Pflanzen, Einkaufszentren, Bahnen alles gut durchmischt. Sehr sauber, sehr gepflegt und sehr übersichtlich. Die Pläne, die man überall bekommt bzw. die Hohe Dichte an „Du bist hier“-Schildern machen es sehr einfach sich auf der Halbinsel zu orientieren, um sich ein Bild von dem Sammelsurium verschiedenster Kuriositäten zu machen. Wir sind beispielsweise an einer Freiheitsstatue vorbei gekommen und an einer Zeltstadt mit dem Schild „Odaiba Oktoberfest“, die gerade inklusive Dixiklo aufgebaut wurde. Aber auch ganz profane Dinge wie ein Riesenrad, das ein paar durchsichtige Gondeln hat, die einen super Rundum Blick aus der Höhe zulassen, haben wir gefunden – und natürlich ausprobiert.

Aber auch Gundam habe ich hier kennen gelernt. Schon wieder so eine japanische Geschichte, die eine ganze eigene nicht realen Welt widerspiegelt. Basis ist eine Anime-Universum-Serie, auf die hier eine riesige Gundam-Figuar aufmerksam macht. Diese Fantasiewelt hat sogar eine eigenes Gundam-Wiki . Auf uns – zumindest sagt das Andreas – macht es den Eindruck, als würden die Gundams eine futuristische Version der historischen Samurai-Krieger sein. Also die japanischen Superhelden der Großväter so modelliert, dass sie für die Kinder und Jugendlichen annehmbar werden und wieder Superhelden sind.

Große Unternehmen haben hier auch ihre optimale Spielwiese für Marketingmaßnahmen vom Feinsten gefunden. Ein Beispiel ist das MegaWeb. Toyota zeigt hier alle möglichen Autos und Technologien der Zukunft, lässt Interessierte mit dem Winglet, einem Segway-Pendant herumfahren oder bietet auch einen Parcour zum Selbstfahren an. Irgendwie ist es hier wie auf einer Automesse, nur größer, besser, designeter und damit auch alles glänzt, haben alle Hostessen ein Putztuch in der Hand, mit dem sie sofort über den Lack streichen, nach dem man als Besucher einen Fingertapser hinterlassen hat.

Auch andere Unternehmen wie Panasonic haben hier Zukunftsparks aufgebaut. Und natürlich gibt es unendlich viele neue Tempel, nämlich Shoppingtempel. Für all das braucht man aber viel mehr Zeit als nur einen Nachmittag.

Was wir aber noch gesehen haben, was mich allerdings wieder ziemlich aus dem Konzept gebracht hat, war eine Spielhalle für Kinder und Jugendliche, die nach dem gleichen System wie Pachinko arbeitet und wo meiner Meinung nach der Nachwuchs für Pachinko herangezogen wird. Für mich ist die laute, bunte, schrille, blinkende Spielhallenatmosphäre sowieso etwas unangenehmes. Aber wenn ich sehe, dass da auch noch Kinder und Jugendliche so extrem zum Spielen mit Geld verführt werden, bin ich schon sehr irritiert.

Selbstfahrende Bahn

Ein netter Abschluss war dann noch die Fahrt zurück zum Festland über die Rainbow-Bridge mit einem richtig kleinen und kurzen Zug, der ganz ohne Fahrer und nur auf Gummirollen ohne Schienen unterwegs ist. Er ist so klein und wendig, dass er eine richtige Schlaufe von der Brücke hinein in die Häuserschluchten fährt.

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