NeukaledonienNoumea

Schneckenpost & geordnete Busverhältnisse

Die erste ausgewöhnliche Erfahrung mit der Post (OPT) hatte ich bereits am Samstag. Als wir um 10.45 Uhr zur Post kamen um Marken zu kaufen, wurden wir vom Sicherheitsmann abgewiesen. Selbst die Möglichkeit zum Briefkastenautomaten zu gehen, war nicht mehr möglich. Der Grund dafür ist, dass die Post um 11 Uhr zusperrt und damit die Mitarbeiter pünktlich gehen können, wird der Kundenverkehr rechtzeitig abgestellt.

Gemütliche Öffnungszeiten

Also bin ich am Dienstag mit dem Brief und den Postkarten, sicherheitshalber mitten während der Öffnungszeiten 8.30 bis 15 Uhr, zur Post gegangen. Als ich die Halle betrat, war ich sehr erfreut, weil an ein paar Schaltern nur einzelne Leute standen und ein paar Schalter waren überhaupt ohne Kunden. So orientierte ich mich, um herausfinden, welcher Schalter der richtige ist. Und dann sah ich eine ganze Menge Menschen, die gesessen sind und warteten. Ein Blick zu dem Terminal neben dem Eingang machte mir klar, dass ich eine Nummer ziehen und warten muss. Inzwischen habe ich das schon beim Kaufen des Tickets am Flughafen und im Air Caledonie-Büro auf Lifou erlebt. Und so wie es aussieht, gibt es dieses System überall. Bei uns kenne ich das eigentlich nur vom Ikea.

Bitte warten!

Also habe ich Platz genommen und gewartet, bis meine Nummer auf dem Bildschirm angezeigt wird. Das hat nur 20 Minuten gedauert. Am Schalter selbst ging es dann viel flotter, als ich gedacht habe. Der Postmitarbeiter war auch recht nett, weil er als ich 25 Briefmarken für Europa orderte, nochmals nachfragte, ob ich mir sicher bin, dass es 25 sind. Er hat vermutet, dass ich es mit den Zahlen in Französisch nicht so habe und hat mir mit seinen Finger gezeigt, ob ich wirklich 10 + 10 + 5 Finger meine. Das anschließende Briefmarken kleben hat dann wieder ein Weilchen länger gedauert. Ich bin ja schon neugierig, wie lange die Karten nach Europa brauchen. 

Das einzige öffentliche Verkehrsmittel

Weil ich die Erfahrung mit der Post recht ungewöhnlich finde, möchte ich auch noch ein bisschen über das Bussystem in Noumea berichten. Der Bus ist übrigens das einzige Verkehrsmittel, das es hier gibt. Auf jeden Fall  geht da auch alles sehr gesittet und ein Schritt nach dem anderen vor sich. Grundsätzlich geht da auch alles sehr geordnet vor sich, abgesehen von den Fahrzeiten, wann der Bus kommt. Damit wird es offenbar nicht so genau genommen und manchmal warte ich schon über 15 Minuten auf einen Bus. Aber da ich im Urlaub bin, macht das nichts.

Wenn der Bus an eine Haltestelle kommt muss man den Bus heran winken. Danach darf man nur vorne einsteigen. Wenn man schon ein Ticket hat, steckt man es zum Entwerten in den Automaten. Wer noch keines hat, kauft es direkt beim Buschauffeur und entwertet das gerade erworbene Ticket. Einer nach dem anderen steigt ein und wartet bis der Vorgänger Ticket entwertet und ggf. kauft. Und das passiert alles ganz ohne Gedränge. Höflich bieten sich die Fahrgäste auch gegenseitig freie Plätze an und jede Möglichkeit wie Stufen wird zum Sitzen genutzt, damit keiner umfallen kann. Erst wenn alle Fahrgäste sitzen fährt der Bus los. Beim Aussteigen ist es ähnlich. Man drückt den Halteknopf und erst wenn der Bus in der Haltestelle  zum Stillstand kommt, steht man auf und steigt – natürlich nur bei der hinteren Türe – aus. Dazu gibt es immer eine nicht ganz leise Beschallung mittels Radiosender.

Eines habe ich noch nicht heraus gefunden. Warum gibt es „Schwarzkappler“, also Fahrkartenkontrolleure, wenn man eh immer am Chauffeur vorbei muss, der das mit dem Ticket kontrolliert?

Lange Fahrzeit für wenige Kilometer

Nur die Streckenführung der Busse ist nicht wirklich schlau durchdacht. Egal welche Linie, sie fahren alle ins Stadtzentrum und es gibt keine einzige Ringlinie. Wenn ich also von der Wohnung von Magenta nach Anse Vata möchte, das mit dem Auto so 10 Minuten entfernt ist, muss ich mit meiner Buslinie zuerst in die City, dort auf eine andere Buslinie wechseln und komme dann 1,5 Stunden später in Anse Vata an. Also da gibt es echt noch großes Verbesserungspotenzial.

Sehr rücksichtsvoller Verkehr

Aufgefallen ist mir, dass sowohl die Busse als auch alle Autos bei rot stehen bleiben und nicht noch schnell über die Ampel fahren. Und wenn ein Fußgänger den Zebrastreifen oder meist auch andere Stellen überquert, bleiben alle stehen. Ich war ziemlich überrascht, als die Autos von beiden Richtung gestoppt haben.

Share this:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.