Tradition trifft auf Touristenhochburg: Begräbniszeremonie meets Kuta-Pauschaltouristen

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Da ich morgen um 4 Uhr in der Früh am Flughafen sein muss, bin ich heute schon nach Kuta gekommen. Gleich in der Früh, damit ich mir den turbulenten Ort auch noch ein bisschen anschauen kann.
Im ersten Moment war es ein kleiner Kulturschock. Von der esoterischen, künstlerischen, entspannten Kleinstadt in ein Touristenmekka, in dem es alles gibt, was sich Herr und Frau Pauschaltourist so vorstellen.

Nach dem ich ein bisschen die hektische Gegend erkundet und etwas gegessen hatte bin ich zum Strand und dort direkt auf eine Begräbniszeremonie gestoßen. Also wieder eine Verbrennung, wie ich sie schon einmal in Ubud gesehen habe. Doch diesmal fand sie direkt am breiten, weißen Sandstrand statt. Und als ich ankam, brannte bereits die erste Leiche. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten konnte ich die Zeremonie sehr nahe beobachten, sogar den Leichnam kurz sehen. Etwas befremdlich fand ich es doch, dass einige Touristen im Badeoutfit ganz dicht an der Zeremonie- bzw. Verbrennungsstelle standen und sich teilweise vor die Familienmitglieder drängten. Spannend war auch, dass die Verbrennungen prfessionell von 2 Balinesen durchgeführt wurden. Sah ein bisschen so aus, wie ich versuche eine perfekte Glut fürs Grillen zu bekommen. Und sie unterstützen das Feuer sogar mit ihrgendwelchen Gasen aus Flaschen. Ich denke, es geht darum, dass die Verbrennung in einer gewissen Zeit vollzogen ist – man glaubt gar nicht, wie lange die dicken Bambushölzer ganz bleiben – und wahrscheinlich auch, dass alles gut und vollständig verbrennt.

 

Nach einem ausgedehnten Spaziergang auf der Promenade, die sich Richtung Süden mit einer langen Reihe an gediegenen Ressorts erstreckt und einem köstlichen Cappuccino inklusive Schokotorte, die mindestens genauso gut wie in einem Wiener Kaffeehaus schmeckten, sah ich dann am Rückweg zum Strand, wie die Asche der beiden Toten in Körben zum Meer gebracht und verstreut wurden. Ich finde diese Zeremonie und den Umgang mit Verstorbenen ausgesprochen schön!

Zum Abschluss gab ich mir dann noch einen Spaziergang am Meeresrand, habe mir beim Spazieren die Füße von den Wellen umspülen lassen und wieder mal in ein paar asiatische Kameras als Model gelächelt.

Dabei musste ich daran denken, dass es mein letzter Abend in Bali, mein letzter Abend in Indonesien und vielleicht auch mein letzter Abend dieser Reise am Meer sein wird. Für mich ist das ein wunderschöner Abschluss!

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