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10.000 Buddhas oder ein paar mehr

Eine etwas größere Auswahl an Buddha-Statuen präsentiert das Kloster der 10.000 Buddhas in Sha Tin. Eigentlich haben wir dort 12.800 Statuen gesehen – wohlgemerkt nicht persönlich abgezählt. Hätten wir auf chinesisch gezählt, wäre sich die Zahl 12.800 gar nicht ausgegangen, weil man in dieser Sprache nur bis 10.000 zählen kann. Deshalb wird hier beim Namen die kleine Unschärfe in Kauf genommen. Aber eigentlich ist es nicht relevant, wie viele es wirklich sind. Geht man durch das Areal des Kloster, ist man einfach von sehr, sehr, sehr vielen Buddhas umringt.

Ein Buddha für jede Lebenslage

Ich konnte mich gar nicht satt sehen, an den verschiedensten goldfarbenen Figuren. Am liebsten hätte ich jede einzelne Statue fotografiert. Aber da wäre sicher meine Speicherkarte explodiert und der Akku verhungert. So habe ich nur eine „sehr kleine“ Auswahl aus der unglaublichen Vielzahl an Posen, Gesichtsausdrücken, Handhaltungen, Accessoires und ein paar Farbtupfern ausgewählt.

Außer den unglaublich vielen Buddhas waren wir auch von fast ebenso vielen Filipinas umringt. Wie wir ja schon bereits gelernt haben, haben die zahlreichen philippinischen Gastarbeiterinnen am Sonntag frei. Warum dann diesmal am Montag? Ganz einfach. In Hongkong wird am 1. Mai der Tag der Arbeit begangen. Und weil der ein Sonntag war, gibt es einen Ersatzfeiertag am 2. Mai. Den Tag nach dem Tag der Arbeit, was doch eine nachahmenswerte Idee für Österreich wäre.

In jedem Fall hat sich ein Teil der Filipinas diesmal am Montag beim Kloster der 10.000 Buddhas getroffen, ganz lebenslustig geplaudert und gelacht und unendlich – wahrscheinlich weit mehr als 10.000 – Fotos und Selfies geschossen. Bei so vielen Mädels und Smartphones war es eine echte Herausforderung, nicht im Bild einer Fotografin zu landen. Zumal man oft gar nicht erkennt, ob jetzt mit dem Smartphone nach vorne oder zu einem selbst fotografiert wird und so unklar ist, ob man besser vor oder hinter der Gruppe ausweicht. Dazwischen haben sie auch noch mit ein paar Freundinnen geskypt. Auf jeden Fall hatten wir alle viel Spaß beim Fotografieren. Bleibt nur zu hoffen, dass die „Keep quiet“-Schilder und „No photo“-Schilder nicht depressiv werden, wenn sie so konsequent ignoriert  werden.

Ikea

Bevor wir den steilen Weg bei recht schwülen Wetter wieder hinabgestiegen sind, gönnten wir uns noch eine vegetarische Klostersuppe. Am Fuße des Berges trafen wir noch auf ein Einkaufszentrum wo wir auf der Suche nach einem Café auf einen Ikea gestoßen sind. Da mussten wir dann einfach durchgehen. Es war unglaublich. Als würde ich durch einen Klon gehen. Die Produkte, die Anordnung, die Schilder und Tafeln, die Farbcodes – alles ist mit unseren Ikeas ident. Hätte ich nicht immer wieder ein paar chinesische Schriftzeichen erspäht, dann hätte ich auch bei mir in Breitenlee sein können. Ok, die tausend Chinesen, die sich rund um uns drängten als wäre letzter Einkaufssamstag vor Weihnachten waren doch auch ein dezenter Hinweis darauf, dass wir doch in China sind.

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