AntarktisAntarktische Halbinsel

Eselspinguin-Großstadt Cuverville Island

Nach den vielen süßen Eselspinguin-Küken am Vormittag, gab es auch am Nachmittag in Cuverville nochmals Eselspinguine. Wir überquerten dazu den Errera Kanal und steuerten die Insel an.

Besonders große Eselpinguinkolonie

Die Insel Cuverville beherbergt eine der größten Eselspinguinkolonien. Als wir mit dem Zodiac Richtung Anlandestelle fuhren, konnten wir schon von weitem den Geruch der Kolonie wahrnehmen. Doch als wir am Kiesstrand ankamen, sahen wir nur ein paar wenige Tiere herumlaufen und am Hügel vor uns die tiefen Furchen der Pinguin-Autobahn.

Kurzer Anstieg

Das Expeditionsteam hatte für uns eine Route zur Besteigung des Hügels ausgesteckt, die wir auch ein Stück gegangen sind. Allerdings war das mit Gummistiefel im weichem Schnee und relativ steilem Anstieg kein Vergnügen. Da wir sahen, wie sich einige Mitreisende den Hang hinunter quälten, drehten wir bald wieder um. Das war eine gute Entscheidung, denn der Abstieg war noch viel mühsamer. Wir mussten bei jedem Schritt die Ferse kräftig in den Schnee hauen, um nicht weg und hinunter zu rutschen.

Neugierige Pinguine

Wieder in der Ebene zurück, mussten wir uns für eine Eselspinguinkolonie entscheiden, denn es lag jeweils eine links und eine rechts vom breiten, steinigen Strand. Also schlenderten wir auf die linke Seite und nahmen immer Bedacht darauf, dass die Pinguine, die gerade aus dem Wasser kamen auch ungehindert zu ihrem Ziel laufen konnten. Doch ganz oft blieben sie unvermittelt in der Nähe von uns stehen und beäugten uns neugierig. Und manche blieben stehen und kratzen sich am Kopf. Ganz nach dem Motto: „Eigentlich bleibe ich nicht stehen, weil ich neugierig bin, sondern weil ich gerade etwas ganz Dringendes erledigen muss.“ Jedenfalls fanden wir das spannend, wie neugierig und interessiert die Tiere sind.

Pinguinnester bis zum Horizont

Als wir bis zum Beginn der Kolonie vorgegangen waren, sahen wir erst, wie groß und weitläufig sie ist. Steinnester so weit das Auge reichte. In die Kolonie durften wir nicht hinein gehen. Aber es gab auch außerhalb ganz viel zu beobachten: Pinguine, die im Wasser unterwegs waren, Pinguine, die am Ufer herum tapsten, Pinguine, die einen Skua abwehrten, Pinguine, die augenscheinlich planlos herum watschelten, Pinguine, die sich streckten und räkelten, Pinguine, die ihre Jungen wärmten und fütterten und Pinguine beim Sex.

Was allerdings ziemlich kurz und unromantisch abläuft. Romantisch war es erst danach, als das Pinguinpaar gemeinsam kleine Steinchen sammelt und mit dem Bau des Nestes begann. Nun konnte man auch erkennen, welcher der beiden Pinguine das Weibchen und das Männchen war. Das Weibchen hatte nämlich von den schmutzigen Füßen des Männchens die Abdrücke am Rücken.

Gemütlicher Nachmittag

Wir hatten einen super gemütlichen und ausgedehnten Landgang hinter uns und wussten, dass wir nun wieder ganz viel Arbeit mit Fotos aussortieren und löschen vor uns hatten. Denn bei so vielen süßen und lustigen Pinguinen, konnten wir nicht anders, als ziemlich oft den Auslöser der Kamera zu bemühen.

Als wir am Schiff zurück waren, gab es die Möglichkeit zum Polar Plounge. Also ein Sprung ins eisige Meerwasser. So wie 90 Prozent der Gäste haben wir dieses zweifelhafte Vergnügen ausgelassen. Schließlich lernten wir schon als Kind, dass man nie ohne vorherige Abkühlung in kaltes Wasser springen soll.

Killerwale in der Nacht

Nach einer weiteren Walsichtung kam um 23 Uhr die Durchsage, dass mehr als 20 Orcas rund um das Schiff gesichtet wurden. Das war wohl die späteste Durchsage, die wir jemals hatten. Also stürmte ich mit meiner Kamera an Deck. Der Kapitän hatte inzwischen die Maschinen stoppen lassen und wir waren total aufgeregt, so viele Killerwale so nahe zu sehen.

Das Beobachten war eine echte Herausforderung, weil sich die vielen Tieren rund ums Schiff aufgeteilt hatten und in kleinen Grüppchen an allen Seiten auftauchten. Immer rief jemand und zeigte aufs Wasser, wo er gerade Tiere sah. Und wenn man sich auf eine Stelle konzentrierte, tauchte im Augenwinkel wieder eine andere Gruppe auf.

Obwohl es recht lange hell war, war es zum Fotografieren eigentlich schon eine Spur zu dunkel. Also beherzigten wir nach ein paar Versuchen das, was man immer sagt. Besser die voller Szenerie in Ruhe und mit Freude genießen als sich dem Stress mit Fotografieren anzutun und schlussendlich dann nur Ausschnitte durch einen kleinen Sucher gesehen zu haben.

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2 Gedanken zu „Eselspinguin-Großstadt Cuverville Island

  1. Pinguine soweit das Auge reicht, schön. Die armen Weibchen, schaut nicht sehr entspannend aus, bin ich froh dass ich ein Mensch geworden bin gg
    Wenn so lange hell ist, wird man sich oft bei der Uhrzeit täuschen.. ungewohnt.
    lg lilly

  2. Na toll, Sex im Schnee mit jeder Menge Zuschauer und dann noch Tritte ins Kreuz 😉 Wahrscheinlich hat sich das eine Weibchen deswegen dann mit den nach oben gestreckten Flossen auf den Felsen gelegt – die wollte sich den Rücken wieder einrenken 😉

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