AntarktisAntarktische Halbinsel

Eselspinguin-Küken-Kolonie auf der Gonzales Videla Station

In Paradise Harbor erlebten wir einen weiteren besonders eindrucksvollen Vormittag, an dem wir uns an einer Forschungsstation, Eselspinguin-Küken sowie einer Buckelwalsichtung erfreuen durften.

Flauschige Eselspinguin-Küken

Als wir vom Zodiac auf den Steg der chilenischen Gonzales Videla Station stiegen, blieben wir nach ein paar Schritten sofort wieder stehen. Die unzähligen knuddeligen, piepsigen Eselspinguin-Küken in ihren Steinnestern zogen uns sofort in ihren Bann.

Während sich Pinguinkolonien normalerweise in völlig ursprünglichem Gelände ausbreiten, hatte man hier den Eindruck, dass die chilenische Station mitten in die Kolonie hinein platziert wurde. Denn überall sah man ein Steinnest neben dem anderen, die alle mit ein bis zwei Elterntieren und ein oder meist zwei Küken besetzt waren.

Beim Essen im Schlund

Die Kleinen waren so putzig, süß und flauschig, dass wir uns gar nicht richtig satt sehen konnten. Überall reckten sich die weit aufgerissenen krakeelenden Schnäbel in die Höhe. Für uns sah es so aus, als wäre so ein Kükenleben eigentlich recht gemütlich.

Sie durften sich unter dem warmen Bauch eines Elterntieres einkuscheln und sobald sie ihren kleinen Schnabel öffneten und in die Höhe hoben, wurden sie sofort gefüttert. Ulkig sah es allerdings aus, wenn sie beim Futter aufnehmen aus dem Schnabel des erwachsenen Eselspinguin fast im Schnabel des Elternteils verschwanden.

Inaktive Forschungsstation

Die Chilenische Station selbst war auch besonders unterhaltsam. Da sie eine „inaktive“ Forschungsstation ist, gibt es dort keine Forscher, sondern Militärpersonal. Der Status als Forschungsstation ist nur wichtig, damit man als Mitglied im Antarktis-Vertrag auch ein Stimmrecht hat. Und da es offenbar nur darum geht, dass die Station besetzt ist, sind in den Sommermonaten eben Soldaten vor Ort.

Sie trugen aber nicht einmal Waffen und sahen für uns eher so aus, als würden sie gerade Zeit in einem Ferienlager verbringen. Dementsprechend dürften sie sich auch über Besuch freuen. Jedenfalls plauderten sie mit uns Touristen und einer tauschte sich ganz intensiv mit einem Mitreisenden über seine Kamera mit Riesenobjektiv aus und durften sogar Bilder schießen. Andreas ist außerdem aufgefallen, dass die Soldaten auch keine Gelegenheit ausließen, junge, weibliche Touristinnen anzubraten.

Souvenirs mit selbstgemachten Flair

Noch interessanter war es in einer der Hütten, die quasi als Shop diente. Eigentlich sah es wie am Chinesenmarkt aus. Ein paar aufgestellte Tische mit ein paar Souveniers, die den Eindruck erweckten, als wären sie selbst gemacht. Für uns hatte es den Anschein, als würden sie fleißig basteln und bedrucken und um sich ein Körberlgeld zu verdienen, wenn ein Schiff anlandet.

So gab es T-Shirts, Postkarten und Häferln, die von den Chilenen verkauft wurden, die gemütlich herum standen. Unter anderem gab es um stolze 10 USD ein Zertifikat, dass bestätigt, dass man dort war – also eigentlich war es ein farbiger A4-Ausdruck. Und auch ein recht bemerkenswerter Preis: eine Postkarte um 5 USD und das Porto nochmals 5 USD. Und der Postweg für die edle Karte sollte zirka zwei Monate betragen. Ich bin schon echt sehr, sehr neugierig, ob bei mir jemals eine Karte ankommen wird.

Geschichte zum Forschungsstationen

Passend zum Vortrag vom Vortag über psychologische Auswirkungen von Überwinterungen in Antarktischen Stationen erfuhren wir, dass die argentinische Station Almirante Brown ganz in der Nähe der Station ist, die wir gerade besuchten.

Dort ereignete sich nämlich ein Brand, der von einem Arzt gelegt wurde, der nach zwei Überwinterungen eigentlich abgelöst werde hätten sollen, aber als das Versorgungsschiff ankam, erfuhr er, dass er noch eine weitere Überwinterung machen sollte. Damit er doch weggebracht wird, hatte er Feuer gelegt und wurde so natürlich festgenommen und weggebracht. Wie so eine Überwinterung auf einer antarktischen Station wirklich ist, kann man als Normalsterblicher wahrscheinlich gar nicht nachvollziehen.

Party der springenden Buckelwale

Da die Station Gonzales Videla recht klein ist, wurden wir in zwei Gruppen an Land gebracht. Deshalb bestiegen wir nach rund 75 Minuten ein Zodiac und schipperten am Wasser herum. Schon nach ein paar Minuten kam wieder einmal ein Funkspruch zu einer Walsichtung. Also ging es mit Vollgas ein Stück weit aus der Bucht hinaus, bis wir an der entsprechen Stelle waren.

Und dann hatten wir eine großartige Zeit mit drei Buckelwalen. Sie sprangen ständig abwechselnd aus dem Wasser und krachten dann jedes Mal wieder ins Wasser um bald wieder in die Höhe zu springen. Sie bewegten sich dabei relativ lange am Ufer entlang und wir konnten ihnen so super zusehen und gemütlich folgen. Die Tiere sind so oft in die Höhe gesprungen, dass es aussah, als würden sie gerade Party machen. Wir waren total beeindruckt von der Ausdauer der Wale und es war der perfekte Abschluss für diesen abwechslungsreichen Vormittag. Und bei angenehmen 6 Grad war das auch noch ein sehr gemütliches Vergnügen.

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3 Gedanken zu „Eselspinguin-Küken-Kolonie auf der Gonzales Videla Station

  1. Traum Fotos !
    Die verschneiten Berge im Hintergrund und das blaue Meer ist ein wunderschönes Landschaftsbild ! Die Pinguin Babys sind mega süß, flauschig zum knuddeln. Die großen Wale sind wirklich gigantisch, alleine die Schwanzflossen sind schon so groß ! Ihr habts wirklich sehr schöne Fotos ! Ist ja wahrscheinlich nicht immer so einfach ein scharfes Bild zu schaffen wenn sich die Tierchen bewegen… Gemütliche 6 Grad ? huschi kalt sage ich dazu gg . Aber wie ist es dort mit Wind? Wenn die Sonne scheint und kein Wind geht und man gut eingepackt ist, würde es mir auch passen die 6 Grad. ( habe in meiner Arbeit im Winter ohne Sonne auch oft nicht mehr… ) Ich hätte es aber auch für dort kälter geschätzt, rechnete gar nicht mit PLUS GRADE…
    Habt ihr auch eigentlich auch Videos gemacht ?
    Großes Lob für die schönen Fotos und ausführlichen Dokus ! Ein Genuss zum Lesen und betrachten !
    lg lilly

  2. Ich dachte schon beim letzten Eintrag, dass eine Steigerung nicht mehr möglich ist… …und dann tauchen diese unfassbar süßen Küken auf einmal auf 😉
    Einige der Bilder kannst ins Lexikon neben den Begriff „Mundraub“ picken 😉
    liebe Grüsse

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