AntarktisAntarktische Halbinsel

Sonniger Portal Point mit Krabbenfresserrobben im Schneebad

Inzwischen war die MS Sea Spirit auf dem Weg zur Charlotte Bucht. Da in der Gerlache-Straße relativ viele Wale unterwegs sind, gibt es die Vorschrift, dass Schiffe mit maximal 10 Knoten unterwegs sein dürfen. Also schipperten wir sehr gemächlich dahin.

Sommerlicher Traumtag

Bei der Landzunge Portal Point ankerte unser Schiff und wir wurden mit den Zodiacs für eine Wanderung an Land gebracht. Bei kuscheligen plus 12 Grad konnten wir am Gletscher direkt auf der Antarktischen Halbinsel herumlaufen und den herrlichen Nachmittag genießen. Es war unglaublich schön. Der Himmel erstrahlte blau, ab und zu tauchten ein paar malerische Wölkchen auf, die wie Dekoration wirkten, der Schnee am Gletscher glitzerte wunderbar in der Sonne und die Umgebung war sowieso atemberaubend schön und eindrucksvoll. Perfekter hätten wir es kaum haben können.

Wandern am Gletscher

Mit Portal Point hatten wir nun wirklich das Festland den 7. Kontinenten betreten. Und da die Antarktis, deren reine Landmasse doppelt so groß wie Australien ist, zu 90 % von Gletschern bedeckt ist, verwunderte es uns nicht, dass wir – bis auf ein paar Granitplateaus am Ufer – gar nicht auf Schnee, sondern auf dem Gletscher herum spazierten. Also genau genommen auf dem Schnee, der den Gletscher bedeckte. Deshalb mussten wir uns für den sicheren Weg ohne Sturz in Gletscherspalten an die mit Fähnchen abgesteckte Route halten.

Samtige Krabbenfresserrobben

Es war auf jeden Fall ein außergewöhnlicher Ort. Den Blick rundherum in die Ferne schweifen zu lassen und überall wohin man schaute, herrliche Gletscherlandschaft im Sonnenlicht glitzern zu sehen, war wunderbar. Zu unserer großen Freude gab es auch ein paar Tiere. Nämlich einige Weddellrobben und total entzückende Krabbenfresserrobben, die gar keine Krabben fressen und nur aufgrund eines Übersetzungsfehlers diesen Namen erhielten. Mit dem samtigen Fell sahen sie wie Plüschtiere aus. An diesem Tag war den gut isolierten Robben sicher recht warm, denn sie wälzten sich die ganze Zeit ausgiebig im Schnee.

Auch uns war so warm, dass wir keine Handschuhe oder Hauben brauchten, die Jacken offen lassen oder sogar ausziehen konnten. Wir genossen diesen sommerlichen Nachmittag total. Als wir zum Schiff zurück kehrten, war es bereits 19 Uhr, doch so hell wie zu Mittag. Wir waren schon so weit südlich, dass es erst um Mitternacht zu dämmern begann und schon nach wenigen Stunden wieder hell wurde. Ich war ganz begeistert, dass es so lange hell war.

Glücklicher Reiseverlauf

Während wir einen so atemberaubenden und spannenden Tag erleben durften, musste unser Schwesternschiff Hebridean Sky ihre Expedition wegen eines medizinischen Notfalls abbrechen. Als wir das beim abendlichen Recap erfuhren, weil das Schiff an uns vorbei Richtung Norden fuhr, wussten wir die heutigen Erlebnisse noch ein bisschen mehr zu schätzen. So nah liegt Glück und Leid zusammen. Wir können sehr, sehr dankbar sein, dass wir das Schöne und überhaupt so viel Schönes auf dieser besonderen Reise erleben dürfen.

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