AntarktisAntarktische Halbinsel

Fotoboot-Tour im Eisbergfriedhof von Pleneau Island

Nach der Durchfahrt durch den Lemaire-Kanal stand die Anlandung bei Pleneau Island mit einer weiteren Eselpinguin-Kolonie am Programm. Wir hatten allerdings das große Glück, statt dessen unseren Nachmittag zwischen mächtigen Eisbergen im Fotoboot verbringen zu dürfen.

Ein Boot sichert die Obergrenze

Eigentlich wollte ich mich gar nicht in die Liste für ein Fotoboot eintragen, denn ich wollte lieber jeden Landgang mitmachen. Einerseits, um in meinem eigenen Tempo in Ruhe an Land die jeweiligen Stellen zu erkunden und andererseits, um auch immer wieder mal festen Boden unter den Füßen zu haben. Doch dann sprachen alle davon, dass das so toll wäre. Also haben wir uns schlussendlich in die letzte verfügbare Liste eingetragen.

Hintergrund des Fotoboots ist die maximal erlaubte Anzahl von 100 Personen, die gleichzeitig an Land gehen dürfen. Und wenn die Bedingungen Kajak fahren nicht erlauben, dann können nicht alle gleichzeitig an Land gehen. Wenn aber eine Gruppe im Zodiac auf Fototour unterwegs ist, dann können doch alle gleichzeitig hinaus und etwas unternehmen.

Optimaler Ort für die Fototour

Der Zeitpunkt für eine Fototour mit dem Boot hätte nicht optimaler sein können. Einerseits hatten wir am Vortag bereits zwei Mal Eselpinguinkolonien besucht und daher war die Kolonie auf Pleneau Island nicht mehr so spannend für uns. Andererseits wurde uns statt der üblichen Uferregion, die sonst mit den Zodiacs abgefahren wurden, eine atemberaubende Umgebung mit extrem vielen, großen, bizarr geformten Eisbergen geboten. Es war so unbeschreiblich beeindruckend und wunderschön, dass wir den ganzen Abend davon schwärmten.

Ein paar Robben und Pinguine

Uns begegneten immer wieder schwimmende und hüpfende Pinguine. Auf oder neben Eisschollen machten es sich Seeleoparden, Weddellrobben oder Krabbenfresserrobben gemütlich, die natürlich auch putzige Fotomotive abgaben. Hauptattraktion waren aber trotzdem die Eisberge.

Eisbergfriedhof

Im Zodiac zwischen den spektakulären Eisformationen herum zu cruisen war gewaltig. Die Stimmung zwischen den Stücken von ehemaligen Gletschern war besonders. Da die Eisberge in der Bucht vor Pleneau Island gestrandet waren und von dort nicht mehr wegkommen werden, spricht man von einem Eisbergfriedhof. Friedlich war es dort jedenfalls, während das kleine Boot – sehr oft mit abgeschaltetem Motor – mit uns kleinen Menschen zwischen den gigantischen Eismassen dahin glitt. Und die Farben waren genial, wir sahen extrem viele verschiedene Weiß-, Blau- und Türkistöne.

Grandios Farben und Strukturen

Die Teile der Eisberge, die unter Wasser waren, schimmerten deutlich durch das klare Wasser und zeigten, dass die Masse eines Eisbergs unter Wasser immer deutlich größer, als der Teil über Wasser ist. Manche Eisstücke sahen aus wie Schneestücke und andere waren glasklar und durchsichtig. Und die Formen der Eisberge waren total unterschiedlich: rau, kantig, eckig, rund, glatt, geschwungen oder ausgehöhlt. Sie sahen oft wie Kunstwerke aus und man kann sich gar nicht vorstellen, dass sie ganz natürlich entstanden sind.

Während der Fotoboot-Tour fragte uns unser Guide zwei Mal, ob wir schon genug hätten und noch anlanden oder zurück zum Schiff wollten. Doch wir hatten trotz aufkommenden leichten Regens und klammer Finger dankend abgelehnt und das besondere Erlebnis so lange genossen, bis uns die Expeditionsleiterin zum Schiff zurück beorderte.

Gruppenfoto am südlichsten Expeditionspunkt

Dann ging es gleich auf Deck 5, wo sich alle Reisenden und Expeditionsmitglieder zum Gruppenfoto trafen. Da wir gerade am südlichsten Punkt unserer Reiseroute, bei 65,10 Grad südliche Breite, angelangt waren, machte der Bordfotograf ein Erinnerungsfoto von uns allen.

Share this:

2 Gedanken zu „Fotoboot-Tour im Eisbergfriedhof von Pleneau Island

  1. Warst du eigentlich „landkrank“? Ich war vor vielen Jahren mal eine Woche auf einem Schiff; wenn ich am Schiff war, war alles gut, kaum war ich an Land, hat der ganze Boden geschwankt…
    Am Beeindruckensten find ich’s, dass das alles immer nur Momentaufnahmen sind, jeder der dorthin kommt, sieht es ein bissl anders, weil alles in Bewegung ist und dann wieder mal ein Teil abbricht oder sich neu formiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.