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Hardcore Fotoshooting am Vulkan

Als gerade die letzten Nachrichten von euch eingetroffen sind, hatte ich schon Tagwache, denn ich bin heute zum Vulkan Tangkuban Prahu gepilgert.
Mein Homestay in Bandung ist ja nur 2 Gassen vom Bahnhof entfernt. Doch die Busse fahren vom Vordereingang ab und ich komme vom Hintereingang. Um rundherum zu gehen, braucht man mindestens eine halbe Stunde. Also habe ich alle indonesischen Wörter zusammengepackt und 2 Typen am Bahnhof klar gemacht, dass ich unbedingt auf die andere Seite muss. Vielleicht haben doch weniger die Sprachfragmente geholfen, als viel mehr, dass ich eine Frau und eine Europäerin bin. Jedenfalls hat mich der eine Uniformierte dann ganz offizielle über die Schienen zur anderen Seite eskortiert. Ich habe mich total gefreut.
Dann hätte ich auch gleich den richtigen Minibus, die mit jeweils mit den beiden Endstationen beschriftet sind, gefunden und habe quasi ein Gespräch mit dem Fahrer geführt, der somit auch wusste, dass ich dann einen Anschluss zum Vulkan brauche. Trotzdem hat er mich dann in ein anderes Angkot geschickt, weil sich das schon auf den Weg machte und angeblich auch nach Lembang fährt.
Also habe ich mal die Fahrt genossen, die stadtaus- und hügelaufwärts führte. Ein bisschen wie am Kahlenberg hinauffahren war das. Es gab da auch einige nette Hütten, manche kamen sogar fast an Villen heran.
Das Blöde war allerdings, da der Minibus in Lembang nicht Endstation hatte, musste ich irgendwie hinauffinden, wo ich aussteigen muss. Irgendwann, als wir schon längere Zeit durch den Ort gekurvt sind, habe ich dann den Fahrer angesprochen und er hat mich gleich an ein anderes Angkot verwiesen. Dort bin ich dann rein und habe erfahren, dass es noch 7 km bis zum Eingang sind. Von dort wollte ich dann zu Fuß bis zum Kraterrand, weil es laut meinem Reiseführer nur 4 km sind. Doch bergauf zieht sich das ganz schön. Als mir dann nach 10 Minuten gehen ein Mopedfahrer seine Shuttledienste anbot, habe ich den auch auf die Hälfte runtergehandelt und war nach der Fahrt rauf froh, dass ich fahren konnte. Denn das hätte sich ganz schön gezogen, so steil wie das war.
Kurz war ich auch beunruhigt, weil ich nur Wolken sah und an Schlechtwetter dachte. Doch es stellte sich heraus, dass es nur Rauchschwaden von einem Krater sind, der im Moment aktiv ist. Deshalb ist dieser zur Zeit auch gesperrt.

Fotomarathon

Gleich als ich oben beim Kraterrand angekommen bin, begann auch schon mein Fotomarathon. Wo viele asiatische Touristen sind, und da waren sicher einige 100, gibt es auch ganz viele, die unbedingt ein Foto mit mir wollen. Nach einiger Zeit war ich sicher schon an die 50 x fotografiert, hatte aber noch immer nichts vom Krater besichtigen können. Da hier auch ganze viele Gruppen von Jugendlichen unterwegs sind, braucht es nämlich neben dem Gruppenfoto dann auch noch immer ein 2er-Foto. Je nach Gruppengröße kann das schon einige Minuten dauern. Ich verstehe es zwar noch immer nicht, finde es allerdings noch immer extrem amüsant und mache es natürlich auch gerne.

So nebenbei habe ich natürlich auch den imposanten Krater besichtigt. Anschließend bin ich dann noch zu den heißen Quellen weiter unten am Berg gewandert und habe auch selbst einige Fotos geschossen 😉

Goldener Engel

Als ich dann wieder nach Hause wollte und auf die Straße raus bin, ging ich mal in Richtung Lemband und hoffte dabei, dass ein Minibus vorbei kommt. Doch gerade, wenn man einen braucht, tut sich nichts. Es ging ja diesmal bergab und so dachte ich mir, die 7 km müssten doch zu Fuß in 2 Stunden zu schaffen sein. Doch blöderweise zogen da dann – diesmal wettermäßige – dunkle Wolken auf. Und plötzlich war er dann da. Im goldenen Cape auf dem Motorrad, mein rettender Engel. Ein bissl kitschig zwar, so ein goldenes Cape, aber der Indonesier blieb extra stehen, konnte gut Englisch, fuhr zwar wie der Teufel (übrigens telefonieren die hier alle beim Moped fahren auch wenn jemand mitfährt), aber brachte mich nach Lembang, um mich auch vor dem aufziehenden Regen in Sicherheit zu bringen. Er hat sich im Ort dann auch gleich durchgefragt, damit er mich auch wirklich ins richtige Angkot setzt. Und wollte keine einzige Rupie dafür. Er hat nur gemeint, ich soll auf mich aufpassen – den Spruch kenne ich doch schon *ggg* Ich war jedenfalls überglücklich, im Angkot zu sitzen, weil es da gerade zu tröpfeln begann.
Und dann begann die lustige Heimreise. 10 km. In fast 2 Stunden. Zu Fuß wäre man theoretisch genauso schnell. Um sich ein Bild vom Verkehr machen zu können, braucht man sich nur die Tangente vorstellen, Ferienbeginn und es wird alles auf eine Spur zusammengeleitet. Wobei Spuren im eigentlichen Sinn gibt es hier nicht. So viele Fahrzeuge Platz haben, fahren nebeneinander.
Zu alledem schüttet es wie aus Schaffeln und auf der Straße ist es nicht nass, sondern da fließen ganze Bäche. Ein echt faszinierendes Szenario. Vor allem sind trotzdem alle ziemlich entspannt. Weniger lustig fand ich allerdings, dass der Minibus leicht undicht war und es reingetropft hat. Ich denke, Bandung wird mir persönlich als Stadt des Regens in Erinnerung bleiben 😉

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