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Macau – ins Las Vegas von China

Für unseren Ausflug nach Macau brauchten wir die Reisepässe. Denn wie Hongkong gehört auch Macau zu China und ist ebenfalls eine Sonderverwaltungszone. Ebenso gibt es in Macau eine eigene Währung, eine eigene Flagge und eine Reihe an speziellen Gesetzen. Das wohl wichtigste Gesetz ist jenes, das Glücksspiel erlaubt. Dafür kommt der Großteil der Tagestouristen nach Macau. Um dort in den zahlreichen überdimensionalen Spielcasinos ihrer Spielleidenschaft zu frönen. So macht Macau mit seinen Spielcasinos beachtliche sechs Mal höhere Umsätze als das amerikanische Pendant Las Vegas.

Casino-Gigantomanie

Kein Wunder, denn als Tagestourist wird man beim Ausgang aus dem Hafenterminal sofort von mehreren hübschen, vollbusigen, knapp bekleideten, lächelnden Damen mit Casino-Gutscheinen überhäuft und freundlich eingeladen, doch einen der Shuttlebusse in die Stadt direkt in Hotel-Casino zu nehmen. Das haben auch wir getan, weil es der einfachste Weg ist dahin zu kommen. Wir entschieden uns fürs Hotel-Casino Grand Lisboa. Wobei der Bus nicht einfach vor der Türe stehen bleibt, sondern ins 3. Untergeschoss des Gebäudekomplexes fährt. Von dort schreitet man direkt in die Spielhallen. So standen wir in einer Halle mit einer Ansammlung von Spieltischen und Automaten in einem für mich ganz schrägen, schwülstigen Ambiente. Hochflorige flauschige Teppiche, überdimensionale Kristalluster, ein erstaunlich niedriger Geräuschpegel für die zahlreichen Automaten und Menschen. Und der Großteil war in irgendein Spiel vertieft. Ein bisschen haben wir uns durch das Überangebot an Extremitäten treiben lassen. Als wir den Ausgang suchten, mussten wir uns erst durch fünf weitere der großflächigen Casino-Etagen durchkämpfen. Ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass das nur ein einziges Haus war, das wir gesehen haben.

Mischung aus Portugal und China

Da mich Glücksspiel überhaupt nicht interessiert, zog es uns bald in die Altstadt. Macau war ewige Zeiten portugiesische Kolonie und das kann man nicht übersehen. Alle Schilder, Tafeln und Informationen sind in portugiesischer und chinesischer Sprache angeschrieben. Die Altstadt könnte auch eine Ecke von Portugal sein. Eine interessante Mischung ist dieser Ort auf jeden Fall mit europäischen Kolonialbauten neben chinesischen Schriftzeichen, portugiesisches Gebäck und lokalem Streetfood oder Palmen nächst Laubbäumen. Und natürlich klassische Sehenswürdigkeiten wie der Senado-Platz, das ehemalige Portal der Pauluskirche und die Bergfestung.

75 Tragflügelboote

Unsere Rückreise mit der Fähre traten wir mit dem Gefühl an, ein wirklich sehenswertes Stück von Macau kennengelernt zu haben. Zurück ging es wieder mit einem der Tragflügelboote, die täglich bis zu 150 Mal zwischen Hongkong und Macau verkehren. Nach einer Stunde waren wir dann schon wieder zurück in Kowloon. Das geht schneller, als von einem zum anderen Ende von Wien mit der U-Bahn zu fahren. Und in den großen behäbigen Tragflügelbooten merkten wir – bis auf null Sicht – gar nichts von dem heftigen Gewitter, das draußen nach einem ziemlich schwülen Tag herunter brach.

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