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Perchtenlauf auf Chinesisch

Der Longshan Tempel war für uns die letzte Sehenswürdigkeit unseres Taipei-Besuches. Er wird von ganz vielen Chinesen verehrt und besucht. Auch für Touristen steht er ganz oben auf der Hitliste. Schon der angrenzende Park, den man durchqueren muss, wenn man aus der Metrostation kommt, war ungewöhnlich voll mit Menschen. Darunter auffallend viele alte gebrechliche sowie versehrte Männer.

Tempelüberfüllung

Der Tempel selbst machte einen total überfüllten Eindruck. Mich überforderten die zahllosen Eindrücke. Ich wusste nicht, wo ich Platz zum Gehen oder stehen finden und wo ich zuerst hinsehen sollte. Auf jedem Stein, Gesims und Eck sitzen Menschen. Teilweise mit Gebetsketten oder Mantras rezidierend.

Opfergaben am laufenden Band

Tausende Räucherstäbchen schwängerten die Luft mit Duft- und Nebelschwaden. Ständig wurden die Steintische und Gesimse mit unglaublichen Berge an Opfergaben befüllt. Die Götter  – oder welche Mitarbeiter des Longshan Tempels auch immer die Gaben regelmäßig einsammeln und wegräumen – werden mit Blumengestecken, Essen, Reis, Chips, Süßigkeiten, Getränke, T-Shirt beglückt. Ganz unpragmatisch legt man die Sachen gleich in Original-Verpackung, Karton odet Cellophan ab. Eine Chinesin kam sogar mit dem Einkaufstrolley, weil sie so viele Opfergaben mitgebracht hatte.

Rote Kipferln

Wie in anderen Tempeln in den verschiedensten Ländern, zündet man Räucherstäbchen an, verneigt sich diese Stäbchen zwischen den gefalteten Händen haltend vor dem Buddha, Heiligen o.ä. während man sein Gebet oder seine Wünsche spricht. Was ich vor Taiwan allerdings noch nicht gesehen habe ist das Schütteln und werfen von 2 rot bemalten Holzkipferln. Ich vermute es hat was mit I Ging zu tun.

Tanzende Perchten

Plötzlich steigerte sich der eh schon recht laute Grundpegel aus Leiermusik und Betgesängen zu ohrenbetäubenden Lärm. Schellende und trommelnde Geräusche aus Megaphonen vermischten sich mit Knallkörper Tiraden. Und Securties mit Trillerpfeifen duellierten sich mit dem Gehupe von Taxis und Motorrollern. Denn vor dem Tempel tanzten Männer mit schwarzen geschnitzten Holzmasken herum. Immer wieder vor und zurück während ein bunt geschmücktes Gefährt nach dem anderem vor dem Tempel ankam und dann die nächsten Perchten ein paar Runden drehten. Alle gemeinsam starteten sie dann zu einem Umzug los. Trotz der vielen Action habe ich keine Ahnung welches Fest da zelebriert wurde.

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