Stürmischer Ausblick am Vulkankrater Seongsan Ilchulbong

SeongsanIlchulbong_Jeju2018-037Heute lachte auf Jeju wieder die Sonne. Der rasche Wetterwechsel in diese Richtung gefiel uns und wir nutzen den Tag, um ganz in den Osten der Insel zu fahren. Durch eine sehr nette, sehr grüne, sehr hügelige Landschaft führte die meist zwei- oder dreispurige Straße durchs Land. Wobei das auf der recht kleinen Insel Jeju nur rund eine Stunde dauert. Bei einer Ausdehnung von 73 km Länge und 31 km Breite ist eigentlich gar nichts wirklich weit. Interessant, dass die Straßen alle Nummern ab 1.000 führen.
 

Vulkankrater

Unser Ziel war der Seongsan Ilchulbong. Ein 182 Meter hoher Hügel, der bei einem Vulkanausbruch entstanden ist. Die Erhebung wird auch Sunrise Peak genannt, weil es dort bei Sonnenaufgang besonders schön sein soll. Da wir aber nicht um 5 Uhr in der Früh aufstehen wollten, haben wir uns erst gemütlich auf den Weg gemacht, als wir ausgeschlafen waren. Was an diesem Tag etwas länger dauerte, weil ich gerade mit einer Verkühlung kämpfe. Aber da ist frische Meeresluft eh das beste Heilmittel.
 

Starker Sturm

Den Seongsan Ilchulbong konnten wir schon von einiger Entfernung sehen, als wir die Küstenstraße entlang Richtung Osten fuhren. Beim ersten Fotostopp ist uns als erstes der starke, böige Wind aufgefallen. Die Wellen und die Brandung waren hier noch viel intensiver als gestern an der Nordküstenstraße Yongduam. Der Wind, oder genauer gesagt Sturm, ist so stark gewesen, dass sogar bei dem Kaffeehaus, in dem wir noch vor unserer Gipfelbesteigung waren, ein Gast darum kämpfen musste, auf die Terrasse zu dürfen. Er war nämlich davor kurz unerlaubt auf der Terrasse und hatte dort seine Sonnenbrille vergessen. Für uns war dieses Schauspiel leicht kurios, weil sich zwei Asiaten gegenüberstanden, die sich nicht verstanden haben. Natürlich ist uns klar, dass nicht alle Asiaten die selbe Sprache sprechen. Aber wenn zwei für uns koreanisch aussehende Menschen nur mit Händen und Füßen miteinander reden, fühlt sich das ein bisschen nach kognitiver Disonanz für uns an.
 
Der Seongsan Ilchulbong erinnerte mich optisch ein bisschen an die Perchtoldsdorfer Heide. Eine weite wiesenartige Fläche, durch die der ansteigende Wanderweg führte und danach ging der Weg in bewaldetes Terrain über wo es steiler wurde. In jeden Fall war der Weg zum Krater-Hochplateau sehr gut mit Holztreppen, Aussichtsplateaus, Hinweistafeln und Lautsprechern ausgebaut. Also eigentlich sogar mit Flipflops zu bewerkstelligen. Wobei es diesmal zu unserer großes Erleichterung keine musikalische Zwangsbeglückung gab. Ab und zu wurde eine Information zum Krater durchgesagt. Trotzdem war es nicht wirklich ruhig. Aber es waren gar nicht so sehr die anderen plaudernden Wanderer, sondern der Wind, der uns laut um die Ohren pfiff. Andreas hat sogar sein Kapperl gegen eine Mütze getauscht, damit es ihm nicht die Kopfbedeckung wegweht.
 

Anstrengender Aufstieg

Obwohl 182 Meter nicht gerade sehr hoch klingen mag, war der Aufstieg ein bisschen anstrengend für mich. Um schon den „richtigstellenden Kommentaren“ vorzugreifen, muss ich wohl eingestehen, dass der Aufstieg sehr anstrengend für mich war. Ich könnte mich jetzt auf meine Verkühlung ausreden, aber um bei der Wahrheit zu bleiben, liegt es wohl mehr an meiner Kondition, dass ich ordentlich geschnauft habe, bis ich oben ankam. Nur war ich am Seongsan Ilchulbong angenehmerweise nicht die einzige, die sich die sehr steilen Treppen hinaufgeschleppt hat. 
 

Geniale Krater-Aussicht

Oben wurden wir dann mit einem großartigen Ausblick belohnt. Der von Pflanzen überwucherte Krater war so schön, dass wir am liebsten durchgelaufen oder noch besser den Kraterrand entlang gewandert wären. Allerdings war der Weg versperrt, was wahrscheinlich am windigen Wetter lag. Jedenfalls genossen wir den traumhaften Ausblick auf das Grün, das wellenschlagende Meer und die Insel. Beim Abstieg sind wir noch kurz in eine Bucht gegangen, wo einheimische Taucherinnen selbst aufgetauchte Schalentiere verkauften. Eigentlich wäre die Bucht mit schwarzen Sand sehr schön, doch leider war sie mit ziemlich viel Unrat gefüllt, also haben wir rasch wieder das Weite gesucht.
 
Übrigens zählt der Vulkankrater Seongsan Ilchulbong zum UNESCO-Weltnaturerbe ebenso wie die Manjanggul Lavahöhle, die wir auch besucht haben. 
Share this:

2 Responses so far.

  1. Doris sagt:

    Wahnsinnsausblick! superschöne Gegend! Und DIE Stufen hätten jeden geschafft, also sei stolz auf dich!
    Hoffentlich hält sich deine Verkühlung noch ein paar Tage zurück, damit ihr die letzten Tage noch so richtig geniessen könnt. Schließlich ist auch nächste Woche noch Zeit zum krank sein….
    liebe Grüße Doris

  2. Lilly sagt:

    Sehr schöne Fotos! Das glaube ich ,dass diese vielen Stufen anstrengend waren. Schaut sehr toll aus die vielen Stufen und voll im grünen. Der steinerne Steg ins Meer mit dem Turm das blaue Meer ..faszinierend schön !
    Gute und schnelle Besserung dass du noch die letzten Tage genießen kannst !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.