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Yangons Wahrzeichen – die Shwedagon Pagode

In Yangon steht mit der Shwedagon Phaya die größte Pagode Myanmars, die – neben dem Mahamudi Tempel, den wir bereits in Mandalay besucht haben sowie dem Goldenen Felsen – zu den drei wichtigsten Pilgerstätten für Burmesen zählt. 
 

Pagoden-Blick vom Hotelzimmer

Da die Shwedagon Pagode mitten in Yangon auf einem Hügel steht, ist sie von sehr vielen Stellen der Stadt zu sehen. Auch von unserem Hotelzimmer aus. Und ich kann sie sogar von meinem Bett aus sehen. Wunderschön golden glänzt sie tagsüber in der Sonne und nachts ist total strahlend beleuchtet.
 
Also wählten wir sie als erstes Sightseeing-Objekt in Myanmars ehemaliger Hauptstadt aus. Wie alle Ausländer bzw. Touristen zahlten wir  8.000 Kyat Eintritt und mussten uns ein Pickerl aufkleben lassen. Als ob wir nicht eh schon von weitem als Touristen erkennbar wären. Ich habe meines dann ein paar Schritte später abgenommen und in die Tasche eingesteckt. Sieht ja völlig unschick aus. Andreas ist da härter im Nehmen und lässt es kleben.
 

Kontrolle der Kleidungsvorschriften

An einem so heiligen Ort wird natürlich ganz streng kontrolliert, ob man richtig gekleidet ist. Also Schultern bedeckt und Beine bedeckt. Eine Touristin hatte zwar einen bodenlangen Rock, doch der Schlitz, der bis zum Oberschenkel ging, wurde von einer Dame am Eingang mit einem Gummiringerl zusammengehalten. Sonst kann man beim Eingang ein Tuch ausborgen. Sehr interessiert beobachteten die Damen, die die Kleidervorschriften kontrollierten, als Andreas an seine kurze Hose den unteren Teil der Hosenbeine anzippte. 
 
Wie in jedem Tempel muss man natürlich die Schuhe ausziehen und kann sie wahlweise in einem Regal abstellen oder mitnehmen. In der Regel werden Schuhe hier bei den Tempeleingängen abgestellt. Doch die Shwedagon Pagode ist so groß, dass die Schuhe oft im Plastiksackerl mitgenommen werden, damit man auch bei einem anderen Ausgang hinausgehen kann. 
 

Überwältigend viel

Und dann standen wir auf der sogenannten Plattform, also da wo die riesige goldene Stupa und unzählige andere Tempel und Statuen stehen. Der erste Eindruck ist deshalb so unbeschreiblich, weil man so viele Gebäude und Figuren sieht, dass man gar nicht weiß, wo man zu schauen beginnen soll. Selbst die Stelle, an der man sich gerade befindet, im Übersichtsplan zu finden ist eine Herausforderung. Deshalb haben wir uns immer wieder hingesetzt und einfach nur das Treiben beobachtet.
 
Überwältigend sind die Zahlen, die es zur Pagode gibt. Ein paar Highlights dazu: die Pagode ist der Legende nach schon 2.500 Jahre alt. Das Gewicht der über 13.000 Goldplatten auf der Stupa wird auf 60 Tonnen geschätzt. Und auf der Spitze befindet sich ein 76 karätiger Diamant.
 
Bemerkenswert ist auch, wie intensiv renoviert wird. Immer wieder sind Teile eingerüstet, Arbeiter verputzen oder streichen die Pagoden und reparierem Bodenfugen. Es wird offensichtlich ganz viel Wert darauf gelegt, dass die Shwedagon Pagode weiß leuchtet und golden glänzt. 
 
Da sie ein für Burmesen wichtiger Ort ist, sieht man hier vor allem Einheimische und weniger Touristen. Und es ist einiges los hier. Die Mehrzahl der Menschen kommt in Grüppchen, manchmal reist gleich die ganze Familie an. Die Gläubigen beten, unterhalten sich, essen, schlafen oder gießen Wasser über die Figuren in ihrer Wochentagsecke, die den Wochentag repräsentiert, an den man geboren ist. 
 

Elefant begießen

Unsere Wochentagsecken haben wir auch besucht und wie die Einheimischen Wasser über das dazugehörige Tier gegossen. Übrigens gibt es in Myanmar acht Wochentage. Der Mittwoch, der Tag an dem Buddha geboren ist, teilt sich nämlich in Vormittag und Nachmittag auf. Als ich bei Rahu, also Mittwoch Nachmittag, gerade am Werk war und meinen Elefanten übergoss, kam ein Burmese dazu, der etwas übergriffig war. Zuerst hat er mir erklärt, wie ich das Wasser über die Statue gießen soll, dann hat er plötzlich für mich gebetet und zum Schluss hat er einen beachtlichen Betrag als Spende eingefordert. Als wir das abgelehnt haben, hat er sich sofort ans nächste Opfer heran gemacht. Sehr schade, denn eigentlich sind die Menschen hier sehr anständig.
 
Wir werden der Shwedagon Pagode sicher noch einen zweiten Besuch abstatten, da man sie unbedingt auch abends sehen sollte.
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2 Gedanken zu „Yangons Wahrzeichen – die Shwedagon Pagode

  1. Kann mir ein in Buddhismus gebildeter Mensch erklären, warum der Donnerstag eine Ratte als „Tier des Tages“ hat??? Ich will keine Ratte haben. Das ist diskriminierend. Andere haben tolle Tiere wie Elefanten oder Tiger oder Löwen. Aber die Donnerstags Geborenen bekommen eine Ratte. 🙁
    Nur Freitag ist noch blöder dran. Die haben ein Meerschweinchen. Das ist irgendwie noch lächerlicher als Ratte. 😉

  2. Mittlerweile wissen wir, wieso auf solch einem Tempelgelände so unzählbar viele Statuen, Häuschen, Pavillions,… herumstehen.
    Wenn Pilger oder Gläubige ihr Karma aufpolieren wollen, spendieren sie (je nach Vermögensstatus) Erweiterungen. Verschönerungen oder Zubauten. Und im Laufe der Jahre wird eine Tempelanlage dadurch immer voller. Und weil der Stil und das Aussehen scheinbar vom Spender bestimmt wird, scheint alles nicht wirklich zusammenzupassen. Also ein bautechnisches Entwicklungskonzept gibt es da gar nicht. Wer Geld hat, lässt bauen. Und verbessert sein Karma.

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